Ausflüge in die Wüste

Generell gilt: Niemals alleine in die Wüste fahren. Man sollte sich immer Reisegruppen mit erfahrenen Wüstenführern anschließen. Zunächst einmal muss betont werden, dass das ägyptische Tourismusministerium Wüstenexpeditionen äußerst skeptisch gegenüber steht. Reiseveranstalter, die Touren durch die Wüste anbieten, folgen in der Regel bestimmten Straßen zwischen den großen Oasen. Viele Bereiche der Wüste sind militärische Sperrgebiete und dürfen nicht betreten werden. Das größte Problem ist die mangelnde Sicherheit. Wenn sich beispielsweise Touristen in der Libyschen Wüste verirren und verdursten, sorgt dies für negative Presse und für Verantwortungsstreitigkeiten bei verschiedenen Institutionen. Größtes Problem ist, dass in den großen Wüstengebieten Ägyptens weder das Militär noch die Polizei für ausreichend Sicherheit der Touristen sorgen kann. Wenn sich Reisegruppen in die Südwestregion Ägyptens begeben, etwa ins Gilf Kebir, kann niemand für die Sicherheit vor bewaffneten Gruppen aus dem Nordsudan oder dem Tschad garantieren. Deshalb müssen viele Reisegruppen bestimmten Routen folgen und sich an Straßensperren registrieren lassen oder Passiergenehmigungen vorweisen. Das hat auch Gründe in der Gefahr terroristischer Anschläge. Ginge es nach der ägyptischen Regierung, würden alle Reisenden nur auf ganz bestimmten vorgegebenen Pfaden von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit durch das Land geschleust werden. Individualtourismus ist in den Plänen der ägyptischen Tourismusindustrie eigentlich nicht vorgesehen und gilt somit immer als Ausnahme.Doch auch wer sich zu Fuß nur ein paar hundert Meter von den Sehenswürdigkeiten entfernt, um ein bisschen Wüstenluft zu schnuppern, kann schon in problematische Situationen geraten. Hauptproblem ist, dass viele Touristen die Kraft der Mittagssonne und den Wasserbedarf des Körpers unterschätzen und schnell nicht nur einen Sonnenstich oder Hitzeschlag mit Kreislaufproblemen bekommen, sondern auch die Orientierung verlieren. Auch die Gefahr eines Sonnenbrandes wird unterschätzt. Ein Bad in der Sonne sollte niemals ohne Lotion mit ausreichendem Sonnenschutzfaktor genossen werden. Die hat in Ägypten eine viel höhere Wirkkraft als in Deutschland. Für längere Besichtigungen oder Wanderungen durch die Wüste ist eine Kopfbedeckung unerlässlich. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sollten anstrengende Tätigkeiten nicht in die Mittagszeit, sondern in die frühen Vormittags- oder späten Nachmittagsstunden verlegt werden. In der Wüste ist die Gefahr durch wilde Tiere eher gering. Wer jedoch in Steinritzen fasst oder barfuß über Sand und Geröll geht, kann von Skorpionen gestochen oder von Schlangen gebissen werden. Auch wenn solche Vorfälle selten sind, sollte man sie nicht provozieren. Ein weiteres Problem sind freilaufende Hunde. Am Rande der Wüste, fern anderer Menschen, einer Meute freilaufender, herrenloser Hunden zu begegnen, ist eine Situation, die man niemanden wünscht.