Das Grab von Tutanchamun

Jahrzehntelang war das Tal der Könige , die Begräbnisstätte der Pharaonen des Neuen Reiches, wieder und wieder untersucht wurden. Die Hoffnung auf spektakuläre Funde hatte man längst aufgegeben.

Lediglich ein Mann, der Brite Howard Carter, war überzeugt, im Tal noch eine Entdeckung machen zu können: das Grab des Pharao Tutanchamun.
Am 4. November 1922 sollte sein Traum in Erfüllung gehen.

Howard Carter war durch Umwege Ausgräber geworden. 1890 kam er nach Ägypten, als Maler begleitete er verschiedene Forscher und zeichnete Reliefs und Malereien ab. Nicht sehr kreativ, sagt man, aber dafür sehr genau. Er brachte sich selbst die Hieroglyphenschrift bei und lernte unter Sir W. F. Petrie schnell die Feinheiten des Ausgrabungshandwerkes. 1899 wurde er von seinen Gönner Gaston Maspero zum Inspektor der Denkmäler Oberägyptens und Nubiens ernannt, eine Stellung die er aufgrund seines Temperaments 1903 wieder verlor.

In den nächsten Jahren schlug er sich als Fremdenführer, Aquarellmaler und - leider auch Antiquitätenschmuggler durch. Man kann es einen glücklichen Zufall nennen, dass er schließlich auf Lord Carnavon traf. Carnavon, ursprünglich eher Pferderennen u.ä. zugetan, war nach einen schweren Autounfall zur Kur nach Ägypten gekommen. Fasziniert vom Land der Pharaonen beschloss er, auf eigene Faust Ausgrabungen zu unternehmen. Damals konnte jeder mit genügend Geld eine Ausgrabungsgenehmigung bekommen.
Seine ersten Versuche waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt und so tat er sich, durch Vermittlung Masperos, mit Howard Carter zusammen.

Die durch den Krieg unterbrochenen Grabungen im Tal der Könige blieben jedoch zunächst ohne Ergebnisse. Lord Carnavons finanzielle Mittel waren nicht unerschöpflich und beinahe wäre 1921 das Ende der Suche gekommen. Carter konnte den Lord jedoch zu einer weiteren, der letzten, Ausgrabungssaison überreden. Jahrelang hatte Howard Carter eine Stelle im Tal ausgespart: eine Ansammlung von Arbeiterhütten aus Feuersteinknollen in der Nähe des Grabes Ramses IV.
Am 3. November 1922 waren die Hütten abgetragen wurden, am 4. November stieß man schließlich auf eine Stufe. Am Nachmittag des 5. November war endlich klar, dass man den Eingang eines Grabes entdeckt hatte!
Doch bestand noch immer die Möglichkeit, dass es sich um ein unbenutztes, vollständig ausgeraubtes oder Beamten-Grab handelte. Nachdem 12 Stufen freigelegt waren, wurde eine versiegelte Tür sichtbar. Die Siegel waren die der königlichen Totenstadt, also musste eine hochgestellte, wenn nicht sogar königliche, Person hier beigesetzt wurden sein.

Carter trieb ein Loch in die Tür: dahinter befand sich ein mit Geröll ausgeführter Gang, ein Beweis dafür, daß das Grab nicht ausgeraubt war?
Carter lässt den Grabeingang unter den Schutz seiner vertrauenswürdigsten Arbeiter und reitet zu seinem Haus zurück. Er fasst den Entschluss, bis zum Eintreffen von Lord Carnavon den Eingang wieder zuzuschütten. Noch ist der Besitzer des Grabes unbekannt, doch hätte Carter die Tür genau untersucht wären ihm schon jetzt die Siegel Tutanchamuns aufgefallen und 3 Wochen voller Ungewissheit erspart geblieben.Am 6. November schickt er sein berühmtes Telegramm an Carnavon: Habe endlich wunderbare Entdeckung im Tal gemacht; ein großartiges Grab mit unbeschädigten Siegeln; bis zu Ihrer Ankunft wieder alles zugedeckt; Gratuliere!. Lord Carnavon verspricht, sobald wie möglich, zu kommen und trifft am 23. in Luxor ein. Am Nachmittag des 24. Novembers ist die Treppe wieder freigelegt. Im vollen Licht sind die Siegel des Pharao klar zu erkennen. Klar wird aber auch, dass die Tür mehrfach versiegelt wurde - sind doch Grabräuber eingedrungen?Die Tür wird entfernt und der dahinterliegende Gang vom Geröll befreit. Neue Zweifel beschleichen die Ausgräber, ob sie wirklich ein Königsgrab entdeckt haben. Im Schutt werden Scherben mit den Namensringen verschiedener Herrscher gefunden, die vergleichsweise enge Architektur erinnert an ein Versteck, wie das nahegelegene Grab von Semenchkare.

Schließlich stößt man auf eine zweite Tür. Mit einer Eisenstange bohrt Carter ein Loch in die a href='/' e obere Ecke und führt eine Kerze ein. Zuerst kann er nichts sehen, doch dann fällt sein Blick auf seltsame Tiere, Statuen und Gold, überall glänzendes, schimmerndes Gold!. Als ihn Lord Carnavon ungeduldig fragt, ob er etwas sehen kann, antwortet er Ja, wunderbare Dinge!. Carter vergrößert die Öffnung, führt eine elektrische Lampe ein und lässt auch die anderen hineinblicken. Man ist beeindruckt von der Schönheit der Gegenstände, bemerkt eine weitere versiegelte Tür und zieht sich schließlich zurück. Niemand kann in dieser Nacht besonders gut schlafen. Soweit die offizielle Version. Verschiedene Indizien und Aussagen von Beteiligten zeichnen ein anderes Bild:
Carter schafft eine Öffnung in der Tür, gerade groß genug, damit die Beteiligten sich mit einigen Schwierigkeiten durchzwängen können. Mehrere Stunden verbringen sie in der Kammer und bewundern die aufgestapelten Gegenstände. Unter einer Liege stoßen sie auf den Zugang zu einer Seitenkammer, die ein Bild der Verwüstung bildet. Doch die versiegelte Tür lässt Howard Carter keine Ruhe. Mit Schrecken bemerkt er, dass auch diese Tür ein zweites Mal versiegelt wurde. Anscheinend war man dabei sehr eilig vorgegangen, denn im Putz klaffen breite Risse, durch die man Steinblöcke erkennen kann. Schnell bricht er einige Steine heraus, ein erster Blick - nichts! Weitere Steine werden entfernt, Carter kriecht durch die Öffnung und steht vor einer goldenen Wand, dem königlichen Sarkophag. Auch Lord Carnavon und seine Tochter kommen nach. Nur der massige Callender schafft es nicht, das Loch kann jedoch nicht weiter verbreitert werden. Die drei Eindringlinge untersuchen die Türen des goldenen Schreins. Die erste Tür ist nicht versiegelt. Howard Carter öffnet die Riegel und blickt auf die Siegel der königlichen Totenstadt: also war die Mumie des Pharao über die Jahrtausende unangetastet geblieben! Die Tür wird geschlossen und die Entdecker tasten sich in den schmalen Gang zwischen Schrein und Wand entlang. Am Boden liegen rituelle Ruder und verschiedene Gefäße. In der Nordostecke der Sargkammer stoßen sie auf einen Durchgang. Er wird von einer Holzstatue des Schakalgottes Anubis, Beschützer der Toten, bewacht. Sie umgehen die Statue und stehen in der Schatzkammer, angefüllt mit Kisten, Bootsmodellen und einen herrlichen goldenen Schrein. An jeder der vier Ecken steht eine Göttin Wacht und blickt mit erbarmungsvollen Augen den Besuchern entgegen. Stunden sind vergangen. Gemeinsam mit Callender legt Carter die Steine wieder an ihren Platz und platziert einen geflochtenen Korb und Schilfbündel vor dem Loch.

Bis zum nächsten Tag sind alle Spuren der nächtlichen Graböffnung verwischt, das Loch neu verputzt und versiegelt. Carter kann das Grab mit einen ägyptischen Beamten öffnen und seiner Enttäuschung über das Loch der Grabräuber in der Tür zur Sargkammer Ausdruck verleihen. Die Ereignisse der Nacht wird er auch in seinen Buch niemals erwähnen. Lediglich als der Chemiker Lucas ihm sagt, dass der Putz nicht sehr alt aussieht, gibt er zu, das Loch selbst versiegelt zu haben.

Die mehrere Jahre andauernde Räumung des Grabes beginnt, ein Team aus Wissenschaftlern dokumentiert, birgt und restauriert die Schätze, die heute im Ägyptischen Museum in Kairo sind. Schließlich kann Carter die Schreine zerlegen und steht vor dem Steinsarkophag des jugendlichen Pharao. Und nachdem drei menschenförmige Särge, der letzte aus puren Gold, entfernt wurden, steht er vor der Mumie Tutanchamuns. Sie ist von jener goldenen Totenmaske bedeckt, deren Bild heute auf der ganzen Welt bekannt ist. Unter ihr stößt er auf ein edles, jugendliches Antlitz...
 

Die Leistungen von Howard Carter als Forscher sind unbestritten. Und doch sind diese Jahre nicht frei von dunklen Ereignissen. Den Zorn der Weltpresse ziehen sich Carnavon und Carter durch einen Exklusiv-Vertrag mit der Londoner Times zu. Stücke aus dem Grab verschwinden und tauchen im Metropolitan Museum und in der Westentaschenkollektion von Lord Carnavon wieder auf. Es kommt zum Streit mit der ägyptischen Regierung über die Verteilung der Schätze, bis Carter sogar streikt und das Grab kurzerhand absperrt. Am Ende verliert er, die Ausgräber bekommen nicht ein Stück aus dem Grabschatz.
Und es kommt zu einem gewaltigen Pressezirkus um den Fluch des Pharao, nachdem Lord Carnavon an einen Mückenstich in Kairo stirbt. Dies wird eines der nächsten Themen sein.
Angesichts der Schätze im Grab des liegt die Frage nahe, mit welchen unermesslichen Beigaben wohl große Pharaonen, wie Ramses II. oder Thutmosis III. beigesetzt wurden. Und eine zweite Frage stellt sich: Wer war Tutanchamun? Mehr darüber erfahren Sie im Artikel Tutanchamun - der vergessene Pharao.

Besonderer Dank gebührt Jörg Müller für die Bereitstellung der Bilder aus dem Buch Tut-ench-Amun - Ein ägyptisches Königsgrab von Howard Carter.

Jahrzehntelang war das Tal der Könige, die Begräbnisstätte der Pharaonen des Neuen Reiches, wieder und wieder untersucht wurden. Die Hoffnung auf spektakuläre Funde hatte man längst aufgegeben.
Lediglich ein Mann, der Brite Howard Carter, war überzeugt, im "Tal" noch eine Entdeckung machen zu können: das Grab des Pharao Tutanchamun.
Am 4. November 1922 sollte sein Traum in Erfüllung gehen.

Howard Carter war durch Umwege Ausgräber geworden. 1890 kam er nach Ägypten, als Maler begleitete er verschiedene Forscher und zeichnete Reliefs und Malereien ab. Nicht sehr kreativ, sagt man, aber dafür sehr genau. Er brachte sich selbst die Hieroglyphenschrift bei und lernte unter Sir W. F. Petrie schnell die Feinheiten des Ausgrabungshandwerkes. 1899 wurde er von seinen Gönner Gaston Maspero zum Inspektor der Denkmäler Oberägyptens und Nubiens ernannt, eine Stellung die er aufgrund seines Temperaments 1903 wieder verlor.

In den nächsten Jahren schlug er sich als Fremdenführer, Aquarellmaler und - leider auch Antiquitätenschmuggler durch. Man kann es einen glücklichen Zufall nennen, dass er schließlich auf Lord Carnavon traf. Carnavon, ursprünglich eher Pferderennen u.ä. zugetan, war nach einen schweren Autounfall zur Kur nach Ägypten gekommen. Fasziniert vom Land der Pharaonen beschloss er, auf eigene Faust Ausgrabungen zu unternehmen. Damals konnte jeder mit genügend Geld eine Ausgrabungsgenehmigung bekommen.
Seine ersten Versuche waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt und so tat er sich, durch Vermittlung Masperos, mit Howard Carter zusammen.

Die durch den Krieg unterbrochenen Grabungen im Tal der Könige blieben jedoch zunächst ohne Ergebnisse. Lord Carnavons finanzielle Mittel waren nicht unerschöpflich und beinahe wäre 1921 das Ende der Suche gekommen. Carter konnte den Lord jedoch zu einer weiteren, der letzten, Ausgrabungssaison überreden. Jahrelang hatte Howard Carter eine Stelle im Tal ausgespart: eine Ansammlung von Arbeiterhütten aus Feuersteinknollen in der Nähe des Grabes Ramses IV.
Am 3. November 1922 waren die Hütten abgetragen wurden, am 4. November stieß man schließlich auf eine Stufe. Am Nachmittag des 5. November war endlich klar, dass man den Eingang eines Grabes entdeckt hatte!
Doch bestand noch immer die Möglichkeit, dass es sich um ein unbenutztes, vollständig ausgeraubtes oder Beamten-Grab handelte. Nachdem 12 Stufen freigelegt waren, wurde eine versiegelte Tür sichtbar. Die Siegel waren die der königlichen Totenstadt, also musste eine hochgestellte, wenn nicht sogar königliche, Person hier beigesetzt wurden sein.

Carter trieb ein Loch in die Tür: dahinter befand sich ein mit Geröll ausgeführter Gang, ein Beweis dafür, daß das Grab nicht ausgeraubt war?
Carter lässt den Grabeingang unter den Schutz seiner vertrauenswürdigsten Arbeiter und reitet zu seinem Haus zurück. Er fasst den Entschluss, bis zum Eintreffen von Lord Carnavon den Eingang wieder zuzuschütten. Noch ist der Besitzer des Grabes unbekannt, doch hätte Carter die Tür genau untersucht wären ihm schon jetzt die Siegel Tutanchamuns aufgefallen und 3 Wochen voller Ungewissheit erspart geblieben.

Am 6. November schickt er sein berühmtes Telegramm an Carnavon: "Habe endlich wunderbare Entdeckung im Tal gemacht; ein großartiges Grab mit unbeschädigten Siegeln; bis zu Ihrer Ankunft wieder alles zugedeckt; Gratuliere!".

Lord Carnavon verspricht, sobald wie möglich, zu kommen und trifft am 23. in Luxor ein. Am Nachmittag des 24. Novembers ist die Treppe wieder freigelegt. Im vollen Licht sind die Siegel des Pharao klar zu erkennen. Klar wird aber auch, dass die Tür mehrfach versiegelt wurde - sind doch Grabräuber eingedrungen?

Die Tür wird entfernt und der dahinterliegende Gang vom Geröll befreit. Neue Zweifel beschleichen die Ausgräber, ob sie wirklich ein Königsgrab entdeckt haben. Im Schutt werden Scherben mit den Namensringen verschiedener Herrscher gefunden, die vergleichsweise enge Architektur erinnert an ein Versteck, wie das nahegelegene Grab von Semenchkare.

Schließlich stößt man auf eine zweite Tür. Mit einer Eisenstange bohrt Carter ein Loch in die linke obere Ecke und führt eine Kerze ein. Zuerst kann er nichts sehen, doch dann fällt sein Blick auf "seltsame Tiere, Statuen und Gold, überall glänzendes, schimmerndes Gold!". Als ihn Lord Carnavon ungeduldig fragt, ob er etwas sehen kann, antwortet er "Ja, wunderbare Dinge!". Carter vergrößert die Öffnung, führt eine elektrische Lampe ein und lässt auch die anderen hineinblicken. Man ist beeindruckt von der Schönheit der Gegenstände, bemerkt eine weitere versiegelte Tür und zieht sich schließlich zurück. Niemand kann in dieser Nacht besonders gut schlafen. Soweit die offizielle Version. Verschiedene Indizien und Aussagen von Beteiligten zeichnen ein anderes Bild:
Carter schafft eine Öffnung in der Tür, gerade groß genug, damit die Beteiligten sich mit einigen Schwierigkeiten durchzwängen können. Mehrere Stunden verbringen sie in der Kammer und bewundern die aufgestapelten Gegenstände. Unter einer Liege stoßen sie auf den Zugang zu einer Seitenkammer, die ein Bild der Verwüstung bildet. Doch die versiegelte Tür lässt Howard Carter keine Ruhe. Mit Schrecken bemerkt er, dass auch diese Tür ein zweites Mal versiegelt wurde. Anscheinend war man dabei sehr eilig vorgegangen, denn im Putz klaffen breite Risse, durch die man Steinblöcke erkennen kann. Schnell bricht er einige Steine heraus, ein erster Blick - nichts! Weitere Steine werden entfernt, Carter kriecht durch die Öffnung und steht vor einer goldenen Wand, dem königlichen Sarkophag. Auch Lord Carnavon und seine Tochter kommen nach. Nur der massige Callender schafft es nicht, das Loch kann jedoch nicht weiter verbreitert werden. Die drei Eindringlinge untersuchen die Türen des goldenen Schreins. Die erste Tür ist nicht versiegelt. Howard Carter öffnet die Riegel und blickt auf die Siegel der königlichen Totenstadt: also war die Mumie des Pharao über die Jahrtausende unangetastet geblieben! Die Tür wird geschlossen und die Entdecker tasten sich in den schmalen Gang zwischen Schrein und Wand entlang. Am Boden liegen rituelle Ruder und verschiedene Gefäße. In der Nordostecke der Sargkammer stoßen sie auf einen Durchgang. Er wird von einer Holzstatue des Schakalgottes Anubis, Beschützer der Toten, bewacht. Sie umgehen die Statue und stehen in der Schatzkammer, angefüllt mit Kisten, Bootsmodellen und einen herrlichen goldenen Schrein. An jeder der vier Ecken steht eine Göttin Wacht und blickt mit erbarmungsvollen Augen den Besuchern entgegen. Stunden sind vergangen. Gemeinsam mit Callender legt Carter die Steine wieder an ihren Platz und platziert einen geflochtenen Korb und Schilfbündel vor dem Loch.

Bis zum nächsten Tag sind alle Spuren der nächtlichen Graböffnung verwischt, das Loch neu verputzt und versiegelt. Carter kann das Grab mit einen ägyptischen Beamten "öffnen" und seiner Enttäuschung über das Loch der "Grabräuber" in der Tür zur Sargkammer Ausdruck verleihen. Die Ereignisse der Nacht wird er auch in seinen Buch niemals erwähnen. Lediglich als der Chemiker Lucas ihm sagt, dass "der Putz nicht sehr alt aussieht", gibt er zu, das Loch selbst versiegelt zu haben.

Die mehrere Jahre andauernde Räumung des Grabes beginnt, ein Team aus Wissenschaftlern dokumentiert, birgt und restauriert die Schätze, die heute im Ägyptischen Museum in Kairo sind. Schließlich kann Carter die Schreine zerlegen und steht vor dem Steinsarkophag des jugendlichen Pharao. Und nachdem drei menschenförmige Särge, der letzte aus puren Gold, entfernt wurden, steht er vor der Mumie Tutanchamuns. Sie ist von jener goldenen Totenmaske bedeckt, deren Bild heute auf der ganzen Welt bekannt ist. Unter ihr stößt er auf ein edles, jugendliches Antlitz...
 

Die Leistungen von Howard Carter als Forscher sind unbestritten. Und doch sind diese Jahre nicht frei von dunklen Ereignissen. Den Zorn der Weltpresse ziehen sich Carnavon und Carter durch einen Exklusiv-Vertrag mit der Londoner "Times" zu. Stücke aus dem Grab verschwinden und tauchen im Metropolitan Museum und in der "Westentaschenkollektion" von Lord Carnavon wieder auf. Es kommt zum Streit mit der ägyptischen Regierung über die Verteilung der Schätze, bis Carter sogar "streikt" und das Grab kurzerhand absperrt. Am Ende verliert er, die Ausgräber bekommen nicht ein Stück aus dem Grabschatz.
Und es kommt zu einem gewaltigen Pressezirkus um den "Fluch des Pharao", nachdem Lord Carnavon an einen Mückenstich in Kairo stirbt. Dies wird eines der nächsten Themen sein.
Angesichts der Schätze im Grab des liegt die Frage nahe, mit welchen unermesslichen Beigaben wohl "große" Pharaonen, wie Ramses II. oder Thutmosis III. beigesetzt wurden. Und eine zweite Frage stellt sich: Wer war Tutanchamun? Mehr darüber erfahren Sie im Artikel "Tutanchamun - der vergessene Pharao".

Besonderer Dank gebührt Jörg Müller für die Bereitstellung der Bilder aus dem Buch "Tut-ench-Amun - Ein ägyptisches Königsgrab" von Howard Carter.