Suez-Kanal Region - Suez (Sues)

Suez (Sues) ist eine wichtige Hafenstadt Ägyptens. Sie liegt am südlichen Ende des nach ihr benannten Suez-Kanals bzw. an der Nordspitze des Golfes von Suez (Rotes Meer). Ihre Bedeutung hängt unmittelbar mit dem Hafen und demSuez-Kanal zusammen, denn hier verläuft eine der wichtigsten Seehandelsrouten der Welt. Nur hier ist es für Schiffe aus Asien möglich, nach Europa zu fahren, ohne Afrika umschiffen zu müssen. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die Petro-Industrie, insbesondere die Erdölraffinerien. Die Stadt hat etwa eine halbe Million Einwohner. Das Stadtbild ist sehr modern. Größere Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Pharaonen sucht man hier vergeblich, auch wenn es schon in ptolemäischer Zeit eine Siedlung gegeben haben soll. Im Norden der Stadt zeugt der Ruinenhügel Kolzum (Kulsum) von der frühen Geschichte. Vielleicht gab es schon zur Zeit Ramses’ II. eine Besiedlung. Denn man hat zwei Stelen aus seiner Zeit gefunden. Doch inwieweit sich daraus schließen lässt, dass es sich schon um eine Siedlung oder Stadt gehandelt hat, kann man nicht beantworten. Schließlich wurde die Stadt im 15. Jahrhundert neu gegründet. Doch von der islamischen Altstadt kaum etwas erhalten geblieben. Suez wurde mehrfach von arabischen Beduinen heimgesucht und zerstört. Im 19. Jahrhundert gewann Suez wieder an Bedeutung. Noch bevor mit dem Bau des Suez-Kanals begonnen wurde, gab es bereits einen Hafen, von dem aus Segel- und später Dampfschiffe nach Britisch-Indien fuhren. Britische Reisende kamen meist über den Seeweg nach Alexandria , legten dort an und begaben sich auf dem Landweg (später gab es eine Eisenbahnlinie) nach Suez, um sich dort für die Weiterfahrt nach Indien, Australien oder Neuseeland einschiffen zu lassen. Mit dem Bau des Kanals wuchs die Stadt schnell zu einer Großstadt heran.Suez selbst hat das Gesicht einer Industriestadt. Drei große Häfen mit ihren Industrieanlagen bestimmen das Stadtbild. Ein weiterer Grund, weshalb man meist moderne Gebäude sieht, liegt darin, dass Suez während der Kriege zwischen Ägypten und Israel (1956, 1967, 1973) starken Bombardements ausgesetzt war. Große Teile der Stadt mussten aus den Trümmern neu errichtet werden. Andererseits ist Suez eine ideale Stadt, um ein authentisches Bild des heutigen Ägypten zu bekommen. Denn der Tourismus hat hier nahezu keinen Einfluss. Imposant ist die große Kanal-Brücke von Suez. Sie verbindet Afrika mit Asien, auch wenn es hier nicht so beeindruckend wirkt, wie etwa bei der entsprechenden Bosporus-Brücke in Istanbul, die Asien mit Europa verbindet. Man muss sich die geographische Bedeutung bewusst machen – sonst geht der Eindruck verloren, und sie könnte wie eine Brücke über den Nil wirken. Im Altertum führte von dieser Region ein Kanal vom Roten Meer über die Bitterseen zum Delta. Auf diese Weise war das Rote Meer mit dem Nil verbunden. (Siehe hierzu Damietta-Kanal).

Anfahrt: Von Kairo aus fährt man über die Fernstraße 03 direkt nach Suez. Für die rund 140 Kilometer braucht man zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Von Ismailia fährt man über die Fernstraße 24. Hier braucht man für rund 100 Kilometer etwa eineinhalb Stunden.

Autor dieses Artikels:

Mirco Hüneburg