Sicherheit und Gesundheit

Ägypten gilt normalerweise als sicheres Reiseland. Dennoch gibt es Ereignisse, die vielen Reisegästen Sorge bereiten. Dies sind zum einen die terroristischen Anschläge auf Touristen, die insbesondere in den 1990er Jahren für Schlagzeilen sorgten, zum anderen die Geschehnisse rund um die ägyptische Revolution von 2011.Was die damaligen Terroranschläge angeht, so hat die ägyptische Regierung relativ rasch die Konsequenzen gezogen und die Sicherheitspolitik intensiviert. Hierzu gehört eine massive Aufstockung der Polizeikontrollen und eine starke Präsenz der Sicherheitskräfte an den touristischen Sehenswürdigkeiten. Wer beispielsweise das Pyramidenplateau von Giza/Gizeh besichtigen will, muss regelrechte Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen, wie man sie im Flughafen erwarten würde: Das Gepäck wird kontrolliert, Gepäckstücke werden durchleuchtet. Auf dem Plateau patrouillieren bewaffnete Polizeieinheiten. Reisegäste müssen sich bei der Einreise und in den Hotels registrieren lassen und dürfen bestimmte Reiserouten nicht verlassen. All dies ist nicht in die Wege geleitet worden, um die Touristen zu gängeln, sondern um die Sicherheit zu erhöhen. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Ägypten. Sowohl die Regierung als auch die Mehrheit der Bevölkerung möchten nicht, dass die Zahl der Reisegäste (und somit die Deviseneinnahmen) wegen negativer Ereignisse und Schlagzeilen abnimmt. Traurige Höhepunkte der Terroranschläge gegen Touristen waren die Anschläge in Kairo 1992/93, das Massaker in Deir el-Bahari bei Luxor , wo 62 Menschen von Terroristen erschossen wurden, und die Bombenanschläge in Sharm el-Sheikh und Naama Bay im Jahre 2005, bei denen 88 Menschen ihr Leben verloren. Jeder dieser Terrorakte wurde mit einer stärkeren Sicherheitspolitik beantwortet. Und jeder dieser Anschläge hatte zunächst einen kurzen Rückgang der Reisebuchungen zu Folge. Doch stets hat die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung klar und deutlich gemacht, dass sie die grausamen Taten der Terroristen strikt verurteilt und ablehnt. Und stets stieg wenige Monate nach den Anschlägen die Zahl der internationalen Reisegäste wieder an. Über den langen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten hat sich der Tourismusboom trotz der Zwischenfälle und kurzfristigen Krisen vervielfacht. Auch während der Golfkriege und Nahostkrisen war der Reiseandrang nach Ägypten ungebrochen, während andere arabischsprachige Staaten stärker vom Rückgang der Buchungen betroffen waren.Bestimmte Regionen gelten als Hochburgen islamischer Fundamentalisten. Hierzu gehören die Ballungsräume Mittelägyptens, insbesondere in Qena/Kena, Sohag , Assiut und el-Minia. Hier gibt es besonders viele Straßenkontrollen. Bestimmte Strecken dürfen nur in Begleitung von Sicherheitskräften durchfahren werden. Auch die Verbindungsstrecken zwischen Oberägypten und den Touristengebieten am Roten Meer werden besonders stark bewacht. Weil die Gewährleistung der Sicherheit eine hohe organisatorische Herausforderung ist, bevorzugen die Ägypter Reisegruppen, die in Bussen oder Konvois durchs Land fahren. Für die Sicherheit von Individualreisenden kann schwieriger garantiert werden. Intensiv kontrolliert werden auch die Verbindungsstraßen zwischen dem Suez kanal und Kairo.Reisegäste sollten Konfrontationen mit Behörden und Sicherheitskräften vermeiden. Die starke Überwachung ist zur Sicherheit der Reisegäste gedacht. Wer sich Kontrollen verweigert, macht sich verdächtig. (Zum Umgang mit Behörden siehe außerdem Verhaltenstipps: Verhalten bei Behörden) Niemals sollte man sich unangemeldet in der Nähe von Militär- oder Sicherheitsanlagen aufhalten und erst recht niemals Militärs fotografieren. Seit der Revolution von 2011 sind viele Touristen verunsichert, ob und wie sie ihre Reise nach Ägypten antreten. Es muss allerdings ausdrücklich betont werden, dass die Mehrheit der Ägypter den Reisegästen aus dem Ausland freundlich gesinnt ist. Die Revolution wurde nicht von islamischen Fundamentalisten getragen, sondern von Menschen aus allen Milieus der Gesellschaft, die sich mehr Demokratie und eine Verbesserung der Lebensverhältnisse erhoffen. Ein großer Teil der ägyptischen Bevölkerung begrüßt ausdrücklich eine Fortsetzung der bisherigen Tourismuspolitik und erhofft sich eine Erholung der ägyptischen Reisebranche. Es haben sogar viele ägyptische Reiseleiter und Angestellte der Hotellerie und Gastronomie öffentlich für mehr Tourismus demonstriert, um der Welt bzw. der internationalen Presse zu signalisieren, dass man auf die Gäste aus dem Ausland angewiesen ist und sich über eine Rückkehr der Touristen freut. Viele Ägypter sind der Meinung, dass gerade jetzt ein großer Besucherstrom aus dem Ausland ein Signal der internationalen Solidarität wäre, der die Demokratiebewegungen unterstützen könnte.

Dennoch ein paar wichtige Verhaltensregeln beim Ausbruch von politischen Unruhen:
  • Meiden Sie Menschenaufläufe und umgehen sie Demonstrationen.
  • Meiden Sie große Plätze und Verkehrsknotenpunkte.
  • Halten Sie sich mit Meinungskundgebungen zurück.
  • Erkundigen Sie sich vor Verlassen des Hotels über aktuelle Entwicklungen und fragen Sie das Hotelpersonal oder Ihre Reiseleiter nach aktuellen Hinweisen.
  • Meiden Sie Stadtviertel, in denen soziale Missstände herrschen oder in denen viele Fundamentalisten wohnen. Wenn Sie z.B. in Kairo ein bestimmtes Viertel besuchen/besichtigen möchten, erkundigen Sie sich zuvor über die Lage dort. Die Mitarbeiter des Hotels wissen meistens Bescheid.
  • Informieren Sie Ihre Reiseleiter oder das Hotelpersonal beim Verlassen des Hotels über ihr Ausflugsziel, so dass man im Notfall weiß, wo man Sie suchen kann.
Für aktuelle Sicherheitsmeldungen halte man sich an die Hinweise des Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.deSonstige Sicherheitshinweise:Wüstenfahrten abseits der Touristenrouten stellen ein besonderes Risiko dar. Zum einen sollten verschiedene Sicherheitshinweise bedacht werden, um sich nicht den natürlichen Gefahren auszusetzen, die mit einer Wüstentour verbunden sind (siehe Abschnitt: Verhaltenstipps: Ausflüge in die Wüste). Zum anderen lassen sich die Reisenden in der Wüste kaum vor Überfällen beschützen. Deshalb müssen alle Fahrten in die Wüste zuvor gemeldet und genehmigt werden. Gemieden werden sollten ehemalige Kriegsgebiete an den Grenzen zu Libyen und den Sudan sowie Durchquerungen der ehemaligen Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs an der Mittelmeerküste. Hier sind einstige Minenfelder nicht genügend abgesichert und mit Hinweisschildern oder sonstigen Warnhinweisen gekennzeichnet – die Gefahr alter Blindgänger oder unentschärfter/unentdeckter Minen ist zwar gering, aber vorhanden! Besonders abgelegene Saharagebiete und die Wüstengrenzgebiete zum Sudan oder Libyen im Süden und Südwesten des Landes (zum Beispiel die Regionen um den Gilf Kebir) lassen sich nur schwer überwachen. Selbst die beste Grenzüberwachung kann nicht hundertprozentig ausschließen, dass bewaffnete Banden aus Südlibyen oder dem Sudan über die Grenze kommen, um Touristenkonvois abzufangen. In den Städten sollte man entsprechende Hinweise beachten, um sich vor Kleinkriminalität zu schützen (siehe besonders unsere Hinweise unter Verhaltenstipps: Schutz vor Diebstahl). Generell werden Touristen in ägyptischen Städten nicht häufiger Opfer von Kriminalität als in anderen Städten des Mittelmeerraumes. Dennoch sollte man nicht fahrlässig Wertsachen ungeschützt mit sich herumtragen.Beim Baden im Meer sind alle Sicherheitsregeln zu beachten, die generell auch für andere Meeresbadestrände gültig sind: Man soll sich vor starken Strömungen in Acht nehmen und nicht zu weit hinaus schwimmen. Die Gefahr durch Haiattacken im Roten Meer ist normalerweise sehr gering. In letzter Zeit kam es zu einigen Vorfällen, weil achtlos Tierkadaver im Meer entsorgt wurden, die Haie angelockt haben. Tauchen sollte man sowieso nur in Begleitung von Tauchlehrern oder ortskundigen Tauchern – niemals alleine!Auf die (Verkehrs-)Sicherheit ist bei allen Formen des motorisierten Transports zu achten: Ägyptische Autos, Busse, Züge, etc. entsprechen nicht immer den europäischen Standards. Viele veraltete Taxis beispielsweise haben keine Airbags und keine Anschnallgurte. Überhaupt gibt es im chaotischen Straßenverkehr ägyptischer Städte viele nur bedingt verkehrstaugliche Fahrzeuge. Selbst im Dunkeln fahren viele Autos ohne Licht. Viele Fahrer halten die Straßen durch die Laternen für ausreichend beleuchtet. Es kann sogar passieren, dass sich entgegenkommende ägyptische Autofahrer beschweren, wenn man abends mit Licht fährt, weil sie sich geblendet fühlen. Bei nicht wenigen alten Kraftfahrzeugen ist das Licht ohnehin defekt. Außerdem werden verschiedene Verkehrsregeln nicht so genau genommen, insbesondere wenn es um Regeln der Vorfahrt geht. Für Fußgänger in Städten gilt: Vorsicht beim Überqueren von stark befahrenen Straßen! Für Autofahrer gilt: Vorsicht – Fußgänger schauen oft nicht nach rechts oder links, bevor sie die Straße überqueren!Bei alten Gebäuden, Sehenswürdigkeiten, Grabmonumenten, Tempeln, nicht restaurierten Moscheen und antiken Kirchenruinen sollte man sich an die vorgeschrieben Besichtigungswege halten und nicht auf den Bauresten herumturnen. Alte Gebäude sind für extravagante Kletterpartien baulich nicht genug gesichert. Es besteht nicht selten Einsturzgefahr. Dies gilt auch für antike Gräber, die vom Antikendienst mit Gittern abgesperrt worden sind. Auch bei Gelegenheiten, wenn etwa mal das Gitter zur Seite gerutscht oder die Tür nicht ausreichend verschlossen ist und sich somit das ein oder andere Grab inoffiziell „besichtigen“ ließe, sollte man bedenken, dass viele Gräber ausdrücklich wegen Einsturzgefahr geschlossen wurden.