Osiris - Die Götter des Alten Ägypten

Osiris ist einer wichtigsten und faszinierendsten Götter des Alten Ägypten. Sein Kult ist uralt. Und er war von landesweiter Bedeutung. Insbesondere in der klassischen Antike war sein Kult zusammen mit dem der Isis nicht nur in Ägypten, sondern über weite Teile des Mittelmeerraums verbreitet. Auch heute ist Osiris eine der bekanntesten Gottheiten, die mit dem Alten Ägypten in Verbindung gebracht werden. Osiris ist ein Totengott. Als solcher ist er der Herrscher des Totenreiches. Er steht für die Regeneration und Wiedergeburt allen Lebens. Ihm obliegt die Entscheidung im Totengericht, ob ein Mensch ins Jenseits darf oder auf ewig zum Nichtsein verdammt wird. Ursprünglich ein Vegetationsgott, wurden seine Eigenschaften auf alle Aspekte der Wiedergeburt erweitert. Im Zusammenhang damit steht die Beobachtung der Regeneration der Pflanzenwelt nach der Trockenzeit und Nilschwemme: Man beerdigt (sät) den Samen, aus dem neues Leben entsteht (Wiedergeburt).Dargestellt wird er mumienförmig und in weiße Leinen gewickelt. Seine Haut ist entweder grün oder schwarz. Die grüne Farbe steht für die Regenration der Vegetation. Die schwarze Farbe für die fruchtbare Erde des Ackerlandes im Flusstal, aus der die Vegetation sprießt. Auf dem Haupt trägt er die Atefkrone, eine weiße Krone mit zwei großen Federn. In den Händen hält er die Herrschaftsinsignien eines Pharao. Oft wird er von den Göttinnen Isis und Nephthys begleitet, manchmal auch von den vier Horussöhnen: Kebehsenuef, Duamutef, Amset und Hapi. Um den Aspekt der Regenation der Pflanzenwelt zu verdeutlichen, gibt es auch die Darstellungen des Korn-Osiris. Er liegt mumienförmig auf dem Boden – und aus seinem Leib wächst neue Vegetation. Ein wichtiger Beiname des Osiris ist Chontamenti, d.h. „der, der den Westlichen vorsteht“. Mit den „Westlichen“ sind die Toten gemeint, deren Schutzherr der Totengott Osiris ist.In der Mythologie steht im der Gott Seth gegenüber. Beide sind Brüder. Beide sind Kinder der Himmelsgöttin Nut und des Erdgottes Geb. Aber Osiris und Seth sind sich feindlich gesonnen. Osiris herrschte, so die Mythologie, einst als gerechter Herrscher über die Menschen. In dieser Funktion brachte er ihnen die Formen des Ackerbaus bei. Dagegen stand der Gott Seht für Chaos und Wüste. Eines Tages erschlug Seth Osiris und verteilte die Leichenteile über das Land. Doch Isis konnte die Teile wieder einsammeln und zusammensetzen. Dank ihrer Magie konnte Osiris zum Leben wiedererweckt werden. Doch war dieses Leben auf die Unterwelt beschränkt, wo er fortan als Herrscher des Jenseits lebte.Die Hauptkultorte des Osiris sind Abydos in Oberägypten und Busiris in Unterägypten. In Abydos wurden die Osiris-Mysterien gefeiert.
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