Ras Muhammad

Am südlichen Ende der Halbinsel Sinai ragt eine schmale, rund fünf Kilometer lange Landzunge ins Meer. Sie wird wegen ihrer Form Ras Muhammad („Kap Mohammed“) genannt. An ihrem Südzipfel franst die Halbinsel aus und bildet einzelne kleine Buchten. Ras Muhammad liegt nur wenige Kilometer südwestlich des bekannten Ferienortes Sharm el-Sheikh . Die Halbinsel kann mit dem Auto erreicht werden. Auf der Insel gibt es Parkplätze.

Die Landzunge ist bekannt für seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Darum wurde sie 1983 zum Nationalpark erklärt. Angesichts der kargen Landschaft scheint dies verwunderlich. Doch tatsächlich gibt es hier Gazellen, Wüstenfüchse, Rotfüchse und viele Vogelarten. An manchen Küstenabschnitten, und insbesondere auf einer kleinen Insel am Südwestzipfel der Landzunge, haben sich Mangrovenlandschaften entwickelt, die vielen Vögeln (z.B. Fischadler, Küstenreiher, Weißaugenmöven, Kiebitzregenpfeifer, Strandläufer) sowie Krabben und Fischen Nahrung bieten. Ras Muhammad ist zudem Rastplatz für Millionen Zugvögel, die jährlich von Europa nach Afrika und zurück fliegen.

Die Mangrovengebiete sollte man aus Naturschutzgründen nicht betreten, da es sich um gefährdete Biotope handelt. Ansonsten gibt es auf der Halbinsel nichts Sehenswertes. Allerdings ist die schillernde Unterwasserwelt der Korallenriffe an der Halbinsel ein Anziehungspunkt für Taucher. Die kommen meist aus dem in der Nähe liegenden Sharm el-Sheikh hierher. Außerdem sind die Riffe ideal für Schnorchler und Tauchanfänger. Der Tauchboom hat zu einer starken Belastung der Meeres-Flora und -Fauna und zu Beschädigungen des Riffs geführt. Naturschutz steht hier im Gegensatz zu Deviseneinnahmen durch den Tourismus.

Die meisten Bootsfahrten mit Tauchgängen werden von Sharm el-Sheikh oder Naama Bay aus angeboten. Es gibt eine Vielzahl von besonderen Tauchplätzen rund um Ras Muhammad, die alle ihre Eigenarten haben. Die Tauchschulen und Tauchbasen in Sharm el-Sheikh bieten gezielte Tauchgänge zu den jeweiligen Ankeplätzen an. Manche Tauchdestinationen haben keine Ankerplätze. Die Taucher werden dort an bestimmten Stellen ins Wasser gelassen und am Treffpunkt wieder an Bord geholt.

1980 sank ein zypriotischer Frachter vor der Halbinsel. Das Schiffswrack rutschte mit der Zeit bis auf zweihundert Metern Tiefe und ist für Taucher nicht mehr erreichbar. Allerdings liegen im Bereich des Yolanda-Riffs noch einige kleine Wrackteile und große Mengen ihrer Ladung: Sanitäranlagen wie Badewannen, Waschbecken und Kloschüsseln! Für Taucher ist dies eine eigentümliche Attraktion.

Ganz am Südzipfel der Landzunge gibt es einen Ort, der von Tauchern gern wegen der Haie besucht wird. Das Besondere ist, dass man manchmal die Haie auch von Aussichtspunkt auf der Halbinsel sehen kann, da das Wasser hier meisten sehr klar ist.

Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg