Moschee Qani Bey as-Saifi in Kairo Ägyptenreiseführer

Die Moschee Qani Bey as-Saifi
Zwischen der Zitadelle, der Sultan-Hassan-Moschee und der ar-Rifai-Moschee steht am Saladin -Platz (Salah-ad-Din-Platz) die kleine aber sehr gut erhaltene Qani Bey-as-Saifi-Moschee (bzw. Kani Bey-Moschee) des Emir Akhor (Amir Akhur). Sie wurde 1503, in der Spätphase der Mamlukenzeit, vollendet. Es handelt sich um eine übliche Kombination aus Madrasa (Koranschule), Mausoleum und Moschee. Zur Koranschule gehört ein Sabil-Kuttab (Sabil = geschlossene Unterrichtsräume in einer Koranschule), in dem auch Kinder Lesen und Schreiben lernten, sowie eine Zisterne, wo kostenloses Trinkwasser zur Verfügung gestellt wurde. Von außen besticht das Gebäude durch die verzierte Kuppel, durch die abwechselnd roten und sandsteinfarbenen Steinreihen der edlen Fassade und durch das hohe Minarett mit einer Doppelspitze. Im Innern sind die Räume reich dekoriert und farblich aufeinander abgestimmt. Im Gebetsraum steht ein reich verziertes, hölzernes Minbar (Gebetskanzel). An der nordwestlichen Seite der Moschee steht das historisch interessante Haus des Ali Effendi Labib aus dem 18. Jahrhundert. Das Haus war mal unter anderem Residenz des berühmten ägyptischen Architekten Hassan Fathi (1900-1989) und gehört heute der Aga-Khan-Stiftung, die sich um die Instandhaltung des Gebäudes bemüht.Südlich der Qani Bey-Moschee steht die sehenswerte Moschee und Madrasa Mahmudija (Mahmudiya), die 1568 unter dem osmanischen Pascha Mahmud fertig gestellt wurde. Etwas nördlich der Qani Bey-Moschee befindet sich noch die Gauhar (Gawhar) el-Lala-Moschee (aus dem 15. Jahrhundert) mit interner Madrasa und Mausoleum.
Auswahl weiterführender Literatur:

Erck, Christina, Das islamische Kairo – Ein Reisebuch, Göttingen 1990.Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg