Pelusium

An der Tina-Bucht (el-Tina Bay), rund 30 Kilometer nordöstlich von el-Qantara bzw. ebenso weit südöstlich von Port Said , liegen die Ruinen von Tell el-Farama. Es handelt sich um die Überreste des antiken Pelusium . Der Name Pelusium lebt im Namen des Dorfes Belusa weiter, das unweit der Ruinen liegt. Die Landschaft um Pelusium ist flach, sandig und öde. Doch vor zweitausend Jahren war hier fruchtbares Deltaland mit Landwirtschaft. Damals mündete hier der Pelusische Nilarm ins Mittelmeer.

Die Geschichte des Ortes geht mindestens bis ins dritte Jahrtausend v. Chr. zurück. Bereits im Alten Reich ab es hier einen ägyptischen Ort namens Senu bzw. Sin. In der Zweiten Zwischenzeit gab hier es eine Hafensiedlung der Hyksos. In der Spätzeit, so etwa ab dem 7. bis 6 Jahrhundert v. Chr., wurde der Ort zu einer wichtigen Grenzstadt mit Festung ausgebaut. Wegen der Lage am Nordostrand Ägyptens war Pelusium das Einfallstor für Invasoren aus Vorderasien. 525 v. Chr. focht in der Nähe von Pelusium der persische Großkönig Kambyses II. gegen des ägyptische Heer. Nach seinem Sieg konnte er ins Delta vorrücken und Ägypten erobern. 333 v. Chr. zog Alexander der Große in Pelusium ein, bevor er seinerseits Ägypten eroberte. Die wichtige Rolle als Hafenstadt und Grenzbollwerk behielt Pelusium auch im ptolemäischen und römischen Ägypten bei. Pelusium war durchaus vergleichbar mit Alexandria . Beide Städte hatten eine wichtige strategische Lage. Alexandria und Pelusium markierten das westliche und östliche Ende der Deltaküste. Im Jahre 48 v. Chr. wurde in Pelusium der römische Feldherr Pompeius ermordet. Dies war für Julius Caesar ein Grund, in Ägypten militärisch zu intervenieren.

Im Jahre 1118 landeten die Kreuzfahrer in Pelusium und verwüsteten die Stadt. Weil der Pelusische Nilarm versandete, wurde die Stadt schließlich aufgegeben. Heute künden lediglich die ausgegrabenen Grundmauern wichtiger Gebäude und Festungsanlagen sowie die Reste einiger herumliegender Säulen von der einstigen Pracht der Hafenmetropole.

Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg