Kunstraub-Krimi

1914 verschwand unter mysteriösen Umständen der Unterteil eines goldverzierten Sarkophages aus dem Ägyptischen Museum in Kairo.
Der Sarg war 1907 im für Echnaton bestimmten Grab mit der Bezeichnung KV 55 gefunden wurden.
Wie die Sargwanne aus Kairo verschwand und in die Hände eines Privatsammlers geriet, ist eine Geschichte, die noch aufgeklärt werden muss.

Genauso seltsam ist jedoch auch, dass jetzt dieser verschollene Sarg in der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst in München auftauchte. Dem SPIEGEL sagte die Museumsleiterin Sylvia Schoske ihr Haus habe den Edelfund bereits Anfang der achtziger Jahre von einem Privatmann angekauft, aufwendig restauriert und weggeschlossen. Eine ersatzlose Rückgabe lehnt Frau Schoske ab, nach ihren Worten ist der Diebstahl verjährt. Allerdings würden seit 1994 mit der ägyptischen Regierung Geheimverhandlungen mit dem Ziel eines Tauschgeschäftes geführt.

Aufgedeckt wurde der Verbleib des Stückes durch das US-Magazin KMT , dass in seiner aktuellen Ausgabe Fotos des verschwundenen Sarkophags zeigte. Gefordert wird nun vor allem eine rasche wissenschaftliche Veröffentlichung der Sarginschriften, die möglicherweise Aufschluß darüber geben könnten, ob in dem Grab Echnaton oder sein Nachfolger Semenchkare begraben wurde.