Die Eroberung von Joppe - Mythen und Legenden

Hierbei handelt es sich um eine Geschichte mit einem Motiv, das man auch aus der Eroberung von Troja oder der 1001-Nacht-Geschichte von Ali-Baba und den 40 Räubern kennt. In der einen Geschichte werden Krieger in einem hölzernen Pferd in die Stadt Troja gezogen. In der anderen werden die Räuber in 40 großen Krügen in die Stadt geschmuggelt. In der ägyptischen Geschichte der Eroberung von Joppe werden zweihundert Krieger in zweihundert Säcke gesteckt und so in die zu erobernde Stadt geschleust. Die Geschichte spielt zur Zeit des Königs Thutmosis III. (18. Dynastie, 15. Jahrhundert v. Chr.), einem der kriegerischsten Pharaonen. Er unternahm zahlreiche Feldzüge nach Nubien und Vorderasien, insbesondere nach Palästina und Syrien. Von diesen Feldzügen wurden selbstverständlich Anekdoten mit nach Hause gebracht. Und eine dieser Anekdoten wurde zur Geschichte – ob in allen Details wahr oder nicht – der Eroberung von Joppe. Die Geschichte ist auf einem Papyrus aufgezeichnet, der sich heute im Britischen Museum zu London befindet (Papyrus BM 10060).Zusammenfassung des Inhalts: Der ägyptische General Djehuti liegt mit seinem Truppen vor der palästinischen Hafenstadt Joppe (heute Jaffa bei Tel-Aviv). Es erscheint eine Delegation der Stadt im ägyptischen Lager. Auch der Fürst von Joppe ist persönlich anwesend. Nach den Regeln der Diplomatie und Gastfreundschaft wird die Delegation bewirtet. Es wird auch Wein ausgeschenkt. Nach einiger Zeit sind die Delegierten von Joppe angetrunken. Diese Chance nutzt General Djehutihotep zur List. Er erklärt, er wolle vom Eroberungsvorhaben ablassen, sich ergeben und mit seinen Truppen als Siedler in der Stadt niederlassen. Gesagt, getan. Zuerst dürfen die Wagenkämpfer mit ihren Pferden und Wagen in die Stadt. Dort werden die ägyptischen Pferde verpflegt. Daraufhin wird gemeldet, die Keule des Königs (Thutmosis’ III.), sei angekommen. Damit ist die Schlachtkeule Pharaos gemeint, zugleich eine Waffe und ein Herrschaftssymbol. Der Fürst von Joppe wird neugierig und will die Keule sehen. Djehuti nimmt die Keule, doch statt sie ihm zu zeigen, holt er aus und erschlägt mit ihr den Fürsten. Dieser bleibt bewusstlos liegen und wird gefesselt. Dann werden zweihundert Säcke gebracht. Ägyptische Soldaten verstecken sich mit Seilen und Pflöcken in den Säcken. Dem Wagenlenker des Fürsten von Joppe wird gesagt, er solle in der Stadt vermelden, dass sich der ägyptische General mitsamt seiner Armee und seiner Sippe dem Fürsten von Joppe unterworfen habe und diese zweihundert Säcke der erste Teil der ägyptischen Tributgaben an den Stadtfürsten seien. Der Wagenlenker glaubt dies und meldet es in der Stadt. Die Tore werden geöffnet, um zweihundert Sackträger mit zweihundert Säcken hineinzulassen. Doch sobald sie in der Stadt sind, lassen sie ihre Kameraden aus den Säcken. Diese bemächtigen sich der Einwohner und fesseln sie. So gelingt die List und die Stadt wird mitsamt ihrer Bewohner eingenommen. Noch am selben Abend kann der General Djehuti seinem König die Erfolgsmeldung senden. zurück zum Hauptartikel Mythen und Legenden – Geschichten aus dem Alten Ägypten