Imhotep u.a.

Die Lehre des Imhotep ist bisher nicht eindeutig referenziert. Befürworter für die Existenz der Lehre, darunter auch H.W. Fischer-Elfert[1], weisen dem Text auf dem Papyrus Harris 500, 6, 6-7 den Weisheitstext des Imhotep zu. Als weitere Belegquelle kann einer der Papyrus Chester Beatty gesehen werden. Dort wird Imhotep als unsterblicher Verfasser aufgeführt. Bis heute ist jedoch aufgrund fehlender Fragmente keine Kolumne des Weisheitstextes bekannt.

Die Lehre für Merikare

Die Lehre für Merikare kann zeitlich bisher nicht eindeutig eingeordnet werden. Blumenthal ordnet den Text in die 9. und 10. Dynastie ein, was der Herakleopolitenzeit entspricht. [2] Grund für die herakleopolitische Eingruppierung sind die Überbleibsel der fast völlig zerstörten Kartusche am Anfang der Lehre. Es sind die letzten beiden Zeichen als Schilfblätter vorhanden, was wiederum allem Anschein nach auf den Namen Cheti hindeutet. Während der Herakleopolitenzeit wurde der Name Cheti als Königsname drei Mal erwähnt, wobei es sich jedoch um drei unterschiedliche Personen handeln dürfte. Aufgrund der Erwähnung des Merikare ist davon auszugehen, dass es sich in der Lehre um Cheti III handelt.[3]

Die Lehre des Merikare ist bis zum heutigen Stand der Wissenschaft auf drei Papyri sowie auf ein Ostrakon erhalten, welche in das Neue Reich datiert werden können. Die Papyri pLeningrad Ermitage 1116A verso, pMoskau 4658 sowie pCarlsberg IV, O DeM 1476 können in die 18. Dynastie und das Ostrakon in die Ramessidenzeit eingeordnet werden.

Der anfängliche Text der Lehre ist mitsamt des anscheinend königlichen, väterlichen Namens fast vollkommen zerstört, kann jedoch aufgrund der Schemata der üblichen Weisheitslehren gut rekonstruiert werden.

Der Inhalt der Lehre umfasst neben Ratschlägen zum Alltagsverhalten auch Aussagen zum Verhalten gemäß der Maat, zur Grabausstattung und zum Totengericht.

Folgende Textpassage verdeutlicht die lehrenden Worte zur Maat:

„Sage die Maat in Deinem Hause,

dass dich die Großen im Lande respektieren.

Rechtschaffenheit eines Herrn ist die Aufrichtigkeit des Herzens.

[...]

Tue die Maat, damit du auf Erden dauerst.

Beruhige die Weinenden, benachteilige nicht die Witwe!

Bringe niemanden um die Habe seines Vaters!

Stufe keinen Großen in seiner Stellung zurück!

Hüte dich, ungerecht zu strafen!

Richte nicht hin, das bringt dir keinen Nutzen!“ [4]

Die Lehre des Amenemhet

Die Lehre des Amenemhet ist höchst wahrscheinlich in das Mittlere Reich zur Zeit Sesostris I zu datieren. Mehrheitlich sind Abschriften des Textes im Neuen Reich verfasst worden. Die Lehre ist auf fünf Papyri, darunter dem pMillingen, der jedoch seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschwunden ist und bis zu drei Viertel des Textes enthielt sowie auf über 300 Ostraka und einer Lederrolle mehr oder weniger gut erhalten.

Über dem Verfasser des Weisheitstextes ist sich die Wissenschaft derzeit noch nicht stimmig. Es wird einerseits vermutet, dass Amenemhet selbst die Lehre für seinen Sohn Sesostris I verfasst hat. Andererseits kursieren Vermutungen über eine Verfassung seitens des Schreibers Cheti.

Folgender Abschnitt zeigt einen Hinweis auf die mögliche Zuordnung der verfassten Lehre:

Auferstehen und Erblicken der Sonne für den Schreiber Cheti,

und ein Totenopfer aus Brot und Bier vor Wennofer,

Libationen, Wein und Leinen für seinen Geist und seine Schüler,

für den Wirkungsvollen mit den erlesenen Aussprüchen!

Ich nenne seinen Namen in Ewigkeit.

Er ist es, der ein Buch mit der Lehre des Königs Sehetepibre gemacht hat,

nachdem dieser entschlafen war,

nachdem er sich mit der Nekropole vereinigt hatte,

und unter die Herren der Nekropole eingetreten war. [5]

Dieser Abschnitt lässt erkennen, dass der Schreiber Cheti nach Ableben und Beerdigung des Königs die Lehre verfasst hat. Jedoch wird diese Ansicht nicht einheitlich von der Wissenschaft geteilt.

Inhaltlich ist die Lehre mit Anweisungen und Regeln zum Verhalten ausgeschmückt sowie enthält sie gleichermaßen Warnungen vor Freunden und Mitmenschen. Ebenfalls wird über das königliche Attentat und dessen Grabanlage berichtet.

[1] AEL, 499-513

[2] Siehe Thissen/Burkard: Einführung in die altägyptische Literaturgeschichte. S. 103.

[3] Siehe Thissen/Burkard: Einführung in die altägyptische Literaturgeschichte. S. 103.

[4] Siehe Thissen/Burkard: Einführung in die altägyptische Literaturgeschichte. S. 105.

[5] pChester Beatty IV, vso. VI, 11 ff.; entnommen aus Thissen/Burkard: Einführung in die altägyptische Literaturgeschichte. S. 109.