Theben West mit den Pharaonen Gräbern

Ballonfahrt über Theben-West
Tempel der Hatschepsut

Auf der westlichen Seite des Nils, gegenüber der Stadt Luxor , liegen die Gräber und Tempel der Pharaonen. Im Westen, so glaubten die alten Ägypter, beginnt das Reich der Toten.

Die Totentempel

Die gewaltigen Totentempel wurden zu Ehren und zum Gedenken der verstorbenen Könige errichtet. Hier wurden ihnen Opfer dargebracht. Gleichzeitig waren die Totentempel auch Göttertempel. Anlässlich der großen Götterfeste holten die Priester die Statuen der Götter aus ihren Göttertempeln und zogen mit ihnen zu den Tempeln der Könige. So besuchten die Götter die verstorbenen Pharaonen. Die allermeisten Pharaonen, die zwischen 1500 v. Chr. und 1000 v. Chr. herrschten, ließen sich solch einen Tempel errichten. Er gehört zum Totenkult wie das Grab des Herrschers. Die größten Tempelruinen sind jene von Medinet Habu und das Ramesseum . Noch heute stehen ihre Säulen und Mauern aufrecht. Einen ganz eigenwilligen Tempel ließ die Königin Hapschepsut errichten. In einem Talkessel, Deir el-Bahari genannt, baute man ihr zu Ehren ein Heiligtum mit mehreren Terrassen.

Tal der Könige

Es gab eine Zeit, in der sich die Pharaonen in Pyramiden bestatten ließen. Und es gab eine Zeit, so etwa 1600 v. Chr. bis 1000 v. Chr., in welcher sie stattdessen Felsgräber im Schatten eines pyramidenähnlichen Berges anlegen ließen. Die letztgenannten Gräber liegen im Tal der Könige.

Jedes Grab besteht aus einem Schacht, der tief in den Fels führt. Am Ende des Schachtes befindet sich die Grabkammer, in welcher der Sarkophag und Grabschatz des Königs aufbewahrt waren. Manche Gräber haben Seitenkammern und Nebenschächte. Die meisten waren bei ihrer Entdeckung schon ausgeraubt. 1922 entdeckte jedoch der Forscher Howard Carter das Grab des Königs Tutanchamun. Dieses Grab war noch nicht ausgeraubt. Die Grabbeigaben und Goldschätze waren noch dort. Auch die ineinander geschachtelten goldenen Särge mit der Mumie des toten Königs waren unversehrt. Dieser Schatzfund war eine große Sensation. Die Grabschätze sind heute im Museum in Kairo ausgestellt. Allerdings war Tutanchamun kein großer Herrscher, der lange regiert hat. Wie groß mochten erst die Schätze in den Gräbern der bedeutenden Herrscher gewesen sein?

Die meisten Pharaonengräber im Tal der Könige sind größer als jenes des Tutanchamun. An den Wänden der Grabkammern sind Wandbilder und Hieroglyphentexte angebracht. Sie erzählen von der Unterwelt. Das Reich der Toten war einen magische Welt. Die alten Ägypter glaubten, dass die Sonne tags den Lebenden auf der Erde und nachts den Toten in der Unterwelt leuchtet. Dazu ging sie abends im Westen unter und trat dann den Rückweg durch die Unterwelt an, um an nächsten Morgen wieder im Osten aufzugehen. Die Ägypter stellten sich das so vor, dass der Sonnengott in einem Boot über den Himmel fährt. Einige Gottheiten begleiten ihn. Die Bootsmannschaft wechselt je nach Reiseabschnitt. In der Unterwelt, auch Jenseits genannt, hausten die Verstorbenen zusammen mit den Göttern und Dämonen. Es gab gute und böse Wesen. Die bösen versuchten, den Lauf des Sonnenbootes durch die Unterwelt zu stoppen. Die guten Götter und Damonen mussten den Sonnengott und sein Boot gegen die Kräfte der Finsternis verteidigen. Das war wichtig, denn wenn die Sonne in ihrem Lauf gestoppt würde, gäbe es keinen Morgen mehr. Die Zeit wäre zu Ende. Das Leben vorbei. Davon handeln die Bilder und Texte in den Königsgräbern. Nur die Priester und der Pharao wussten vom Sonnenlauf in der geheimnisvollen Unterwelt. Damit der verstorbene Pharao auf der Bootsfahrt in der Unterwelt den Sonnengott begleiten und ihm beistehen kann, malte und schrieb man Beschreibungen der Unterwelt auf die Wände. Sie dienten ihm als Reiseführer im Jenseits. Und sie erklärten ihm das geheime Wissen über den Lauf der Welt.

Tal der Königinnen

Für die Königinnen, aber auch für die Prinzen und Prinzessinnen, war ein eigenes Tal vorbehalten. Auch ihre Gräber waren mit prächtigen Wandbildern ausgeschmückt und mit reichen Grabschätzen ausgestattet.

Die Gräber der Noblen

Die Noblen, das waren die königlichen Familienmitglieder, hohen Beamten und Priester. Sie ließen ihre Gräber in den Seitentälern anlegen. In manchen sind noch herrliche Wandbilder mit bunten Farben erhalten. Sie erzählen vom Leben des Verstorbenen, aber auch vom Jenseits und vom Totenkult.

Die Gräber in Deir el-Medine

In dem kleinen Dorf in der Nähe des Tals der Könige lebten einst die Handwerker, die die Pharaonengräber schufen. Die Bilder in den kleinen aber wunderschön dekorierten Gräbern erzählen von der Unterwelt und dem Totenkult.

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