Sinai Halbinsel mit Badeorte Dahab und Nuweiba

Der Sinai ist eine Halbinsel. Sie verbindet Afrika und Asien. Die beiden Kontinente sind südlich dieser Halbinsel durch das Roten Meer getrennt. Im Norden grenzt die Sinaihalbinsel ans Mittelmeer.

Die Sinaihalbinsel besteht zum größten Teil aus Wüste. Das Klima ist trocken. Im Sommer wird es sehr heiß. Im Norden ist die Landschaft von Steppen und Sandwüsten geprägt. Im Süden gibt es felsige Berge. Der höchste Berg ist der Katharinenberg. Er ist 2637 Meter hoch. Ein anderer wichtiger Berg ist der Mosesberg, der auch Berg Sinai genannt wird. Er misst 2285 Meter. Zwischen den felsigen Bergen gibt es tiefe Schluchten und Canyons.

Flüsse gibt es auf dem Sinai nicht. Regen fällt nur selten. Wenn es im Winter zu einem Regenguss kommt, sammelt sich das Wasser in den Schluchten und Wadis. Wadis sind trockene Flussbetten, die nur nach starken Regenfällen Wasser führen. An manchen Stellen tritt Grundwasser zwischen den Felsen hervor. An diesen Quellen entstanden Oasen. Hier wachsen Dattelpalmen und Obstbäume. Alle Oasen auf dem Sinai werden von Oasenbauern bewirtschaftet. Die schönste und bekannteste Oase heißt Feiran . Hier gab es schon im frühen Mittelalter eine bedeutende christliche Siedlung mit eigenem Bischoffsitz.

Die meisten Menschen auf der Sinaihalbinsel sind die Nachfahren arabischer Beduinen. Sie zogen schon vor Jahrtausenden mit ihren Karawanen durch das Land. Die Beduinen haben eine nomadische Lebensweise. Sie züchten Kamele und treiben Handel mit den Menschen in den Oasen. Allerdings gab es oft auch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Oasenbauern und Beduinen. Die Menschen in der Wüste Sinai unterschieden sich lange Zeit von den Menschen im Niltal. Während sich das bäuerliche Leben der Ägypter am Rhythmus der Nilschwemme orientierte, mussten sich die Beduinen an die Bedingungen der kargen Wüsten anpassen.

Heute kommen viele Touristen, um an den Küsten der Halbinsel Sinai Urlaub zu machen. Es lockt sie das klare Wasser des Roten Meeres und der immerwährende Sonnenschein. An den Küsten gibt es Korallenriffe mit einer einzigartigen Unterwasserwelt. Viele Reisegäste tauchen mit Brille, Flossen und Sauerstoffflasche durch die Korallengärten und bewundern die bunten Fische. Mit dem Tourismus entstanden lebendige Badeorte am Meer. Hier finden nicht nur die Nachfahren der Beduinen, sondern auch viele Ägypter aus Kairo und dem Niltal ihr Auskommen im Tourismusgewerbe. Die wichtigsten Touristenorte an der Sinaiküste des Roten Meeres sind Sharm el-Sheikh , Dahab , Nuweiba und Taba . Vor Taba liegt eine Insel mit den Ruinen einer mittelalterlichen Burg aus der Kreuzfahrerzeit.

Die östliche Grenze der Sinaihalbinsel ist zugleich die Landesgrenze des Staates Israel. Israel ist Ägyptens Nachbarland. In den letzten Jahrzehnten gab es mehrere Kriege zwischen Israel und Ägypten. Von 1967 bis 1982 war der Sinai von Israel besetzt. 1982 wurde der Sinai wieder an Ägypten zurückgegeben. Dies war das Ergebnis langer Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern.

Sinai und Exodus

Nach der Überlieferung der Bibel soll einst das Volk Israel in Ägypten als Sklaven gelebt haben. Unter der Führung des Propheten Moses kamen die Israeliten frei. Er leitete sein Volk in die Wüste. Verfolgt wurden sie vom Pharao mit seinem ägyptischen Heer. Nach der biblischen Überlieferung soll Gott für Moses und die Israeliten die Flut des Roten Meeres geteilt haben. Sie seien dann trocken Fußes ans andere Ufer gezogen. Ihre ägyptischen Verfolger wurden dagegen von der zurückkehrenden Flut überrascht und ertranken. Anschließend zogen die Israeliten vierzig Jahre durch die Wüste Sinai. Am Berg Sinai empfing Moses die zehn Gebote. Am Ende der Wüstenwanderung gelangten die Israeliten ins gelobe Land nach Palästina.

Diese Überlieferung ist den Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig. Dies ist der Grund, weshalb es auf dem Sinai mehrere christliche Klöster gibt.

Katharinenkloster und Mosesberg

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten auf der Sinaihalbinsel sind das Katharinenkloster und der Mosesberg. Hier gedenken die Gläubigen der biblischen Überlieferung, nach der Moses an diesem Orte die Zehn Gebote empfangen habe. Das Katharinenkloster ist eine festungsähnliche Anlage mit hohen Mauern. Im Kloster gibt es mehrere Wirtschafts- und Wohngebäude sowie eine Kirche und kleine Kapellen. Hier leben, arbeiten und beten die Mönche. Die Bedeutung dieses Ortes ist so groß, das Reisende und Gäste aus aller Welt kommen. Viele Reisende pilgern auf den Mosesberg. Der Weg ist steil und felsig. Vom Gipfel hat man eine herrliche Aussicht auf die Berg- und Wüstenlandschaft.

Der Tempel von Serabit el-Chadim

In der einzigartigen fels- und Wüstenlandschaft des Sinai liegen die Ruinen eines alten geheimnisvollen Tempels. Die Beduinen nennen ihn Serabit el-Chadim. Der Tempel war zur Zeit der Pharaonen gebaut worden, vor etwa dreieinhalbtausend Jahren. Er war der Göttin Hathor und dem Gott Sopdu geweiht. Die alten Ägypter hatten Expeditionen in die Wüste Sinai gesandt, um nach seltenen Steinen zu suchen. Besonders Türkis, ein blau schimmernder Halbedelstein, war sehr begehrt. Er wurde in den Steinbrüchen in der Nähe des Tempels abgebaut. Die Göttin Hathor wurde hier als Herrin der Bergwerke verehrt. Mit Opfergaben sollte sie gütig gestimmt werden. Sopdu galt als Herr der Wüste. Die Ägypter fürchteten sich vor der Wüste und den Nomaden , die dort lebten. Mit Opfergaben an Sopdu glaubten sie, die Mächte der Wüste milde zu stimmen.

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