Sakkara mit dem Prototyp der Pyramiden

Djoserkomplex
Pyramide des Djoser

Sakkara ist der Name eines riesigen Ruinen- und Pyramidengebiete s, das rund 25 Kilometer südlich von Kairo liegt. Schon von weitem grüßt die 60 Meter hohe Stufenpyramide des Pharao Djoser. Sie steht im Zentrum einer Landschaft, die übersät ist mit Grabanlagen, Pyramiden, Totenkultkapellen, Heiligtümern und Katakomben. Große Pharaonen, Priester und hohe Beamte ließen sich hier bestatten.

Sakkara ist eine der ältesten und bedeutendsten Totenstädte Ägyptens. Ihre ältesten Gräber sind fünftausend Jahre alt. Die jüngsten rund zweieinhalbtausend. Der Name Sakkara geht auf den altägyptischen Totengott Sokar zurück. Er galt, ebenso wie Osiris, als Schutzherr des Totenreiches.

An der Einfahrt zum Gelände von Sakkara steht ein modernes Museum. Hier werden die bedeutendsten Funde aus Sakkara vorgestellt und die Geschichte des Ortes erläutert.

Die Grabanlage des Pharao Djoser

Die Grabanlage des Königs Djoser ist rund 4.700 Jahre alt. Sie ist die älteste Pyramide Ägyptens. Ursprünglich war sie als Mastaba geplant. Eine Mastaba ist eine Grabanlage mit einem kastenartigen Oberbau, in dem sich die Räume für den Totenkult befinden, und unterirdischen Gängen, die zur Grabkammer des Verstorbenen führen. Der Bauplan wurde mehrmals umgeändert, die Mastaba vergrößert. Schließlich wurden mehrere Stufen übereinander gebaut. So entstand die erste Stufenpyramide: das Grabmahl des Djoser. Die Pyramide sieht aus der Ferne aus wie eine Treppe in den Himmel. Und so war es auch gedacht. Religiöse Texte aus der Zeit der Pyramiden verraten, dass die Ägypter daran glaubten, der tote Pharao würde zwischen den Fixsternen im Nachthimmel Platz nehmen.

Als Baumeister gilt der Architekt Imhotep . Er war ein hoher Amtsträger am Hofe des Königs. Noch Jahrhunderte später wurde Imhotep als Mann der Weisheit verehrt. Den Ägyptern galt die Stufenpyramide als Meisterwerk, denn sie war das erste monumentale Steinbauwerk in Ägypten. Große Bauten wurden zuvor nur aus Lehmziegeln errichtet.

Im Innern der Pyramide gibt es ein Labyrinth aus Gängen und Kammern. Der Zugang ist heute versperrt. Es besteht Einsturzgefahr. Außerdem könnten sich Besucher verlaufen. Der ganze Pyramidenbezirk ist von einer steinernen Mauer umgeben. Der Besucher betritt die Anlage durch ein Eingangstor. Dann folgt eine lange Eingangskolonnade mit Halbsäulen. Man hatte noch nicht gelernt, echte freistehende Steinsäulen zu errichten. Dann kommt man in einen großen Hof. Dies war der Festhof. Hier wurde das Jubiläumsfest des Königs gefeiert. Diesem Anlass dienen auch die Gebäude östlich davon. Sie sind steinerne Abbilder von Zelten und Kapellen, die für das Jubiläumsfest errichtet worden waren. Innen sind sie massiv. Man kann sie nicht betreten. Beim Jubiläumsfest musste der alternde Pharao seine Kraft und Gesundheit unter Beweis stellen, um zu zeigen, dass er weiterhin als Herrscher taugt. Hierfür gab es den Ritus eines Kultlaufes, der auf dem großen Festhof stattfand. Dann folgten Rituale in der Festanlage. Die steinernen Abbilder dieser Festanlagen sollten ihm symbolisch und kultisch ein ewiges Jubiläumsfest im Jenseits garantieren, auf dass er bis in alle Ewigkeit regieren möge, über den Tod hinaus.

Nördlich der Pyramide befinden sich die Überreste des Totenopfertempels. Daneben steht eine kleine Kapelle mit einem Sichtschlitz. Schaut man durch den Schlitz in das Innere der Kapelle, sieht man die Statue des Pharao. Diese Art Kapelle nennt man Serdab. Zwei große Kultgebäude östlich davon gelten als Heiligtümer von Unter- und Oberägypten. Auch sie sind innen massiv. Ihre Bedeutung ist ungeklärt.

Am südlichen Ende des Grabbezirkes liegt das Südgrab. Dies ist eine unterirdische Kopie der Kammern und Schächte, wie sie sich unterhalb der Pyramide befinden.

Die Pyramiden des Unas und Teti

Wenn man Glück hat, sind die Pyramiden der Pharaonen Unas und Teti geöffnet. Sie sind 4.300 und 4.200 Jahre alt. Von außen sehen die Pyramiden wenig beeindruckend aus. Sie sind ihrer Verkleidung beraubt und ähneln großen Schuttbergen. Aber im Innern sind sie gut erhalten. Das Besondere an diesen Pyramiden sind die Hieroglyphentexte an den Wänden. Man nennt sie Pyramidentexte. Sie beschreiben die Welt des Himmels und der Götter sowie den Aufstieg Pharaos in den Sternenhimmel.

Die Mastabas

In Sakkara gibt es endlos viele Mastaba-Gräber. Die ältesten stammen aus der Frühzeit des altägyptischen Königreiches. Die meisten Mastabas sind heute für Besucher geschlossen. Es gibt aber einige schöne Beispiele, die besichtigt werden können. Hierzu gehören die Mastabas einiger hoher königlicher Beamter. Sie heißen Ti, Mereruka, Kagemni, Ptahhotep und Achethotep. Die zugänglichen Kulträume im oberen Bereich der Grabanlagen sind mit herrlichen bunten Reliefbildern geschmückt. Sie erzählen von der Landwirtschaft, vom Ackerbau und der Viehzucht, vom Alltagsleben im alten Ägypten und von den Ämtern und Würden der Grabinhaber.

Das Serapeum

Das Serapeum ist ein unterirdischer Grabkomplex im Nordwesten von Sakkara. Es besteht aus einem Labyrinth aus Gängen, Galerien und Kammern. Hier wurden in der Spätzeit der Pharaonen, das heißt in den letzten Jahrhunderten vor Christus, verstorbene heilige Stiere bestattet. Sie wurden wie Menschen mumifiziert und einbalsamiert. Die alten Ägypter verehrten den heiligen Apis-Stier. Er galt als Verkörperung des Gottes Apis. Tierkulte waren nichts Seltenes in Ägypten. An verschiedenen Orten wurden bestimmte Tiere für heilig erklärt und in besonderen Stallungen gehalten und angebetet.

Kloster des Heiligen Jeremias

Neben den Bauten aus der Zeit der Pharaonen kann man in Sakkara auch die Ruinen eines bedeutenden koptischen Klosters aus dem Mittelalter besichtigen. Das Kloster des Heiligen Jeremias war vom 5. bis zum 10. Jahrhundert n. Chr. bewohnt.

Das Pyramidengebiet von Sakkara-Süd

Im südlichen Gebiet von Sakkara liegen die Pyramiden verschiedener Pharaonen aus dem späten zweiten Jahrtausend vor Christus. Die meisten sind stark zerstört. Das Gebiet ist nur mit Sondergenehmigung zu betreten und wird daher von Touristen kaum besichtigt.

Weitere Informationen zu Sakkara, zu den anderen Pyramidengebieten und Sehenswürdigkeiten gibt es im großen Online-Reiseführer.