Kom Ombo mit Doppeltimpel am Nilufer

Hypostyl im Tempel von Kom Ombo
Säulen im Tempel von Kom Ombo

Wunderschön am Nilufer liegt der Tempel von Kom Ombo. Die geheimnisvollen Ruinen stammen von einem Heiligtum aus der griechisch-römischen Zeit vor rund 2.000 Jahren.

Auf dem Weg von Assuan nach Edfu und weiter nach Luxor , halten hier viele Nilkreuzfahrtschiffe. Der Tempel ist vom Fluss aus zu sehen, denn er steht auf einer Erhebung, rund 15 Meter über dem Nil. Vom Tempel aus hat man eine herrliche Aussicht auf das Niltal. Im Gegensatz zu den Tempeln in Edfu, Dendera und Esna , bei denen noch das Dach vorhanden ist, ist das Heiligtum von Kom Ombo stark zerstört.

Der Name Kom Ombo bedeutet „Hügel von Ombos“. Ombos war der alte Name der Stadt. Das Wort „Kom“ heißt Hügel. Bis vor rund 150 Jahren waren der Tempelruinen bis zu Hälfte von Sand zugeweht. Archäologen haben die Bauten ausgegraben. Ein Teil der vorderen Bauten auf der Flussseite war während einer starken Nilflut zerstört worden. Die Uferseite des Tempelhügels, dort wo das heilige Geburtshaus stand, war vom Wasser unterspült und in den Nil abgerutscht.

Der Tempel von Kom Ombo war zwei Göttern geweiht: Sobek und Haroeris. Sobek war ein Gott in Krokodilsgestalt. Krokodile waren gleichermaßen gefürchtet und verehrt. In einem Becken wurden heilige Krokodile gehalten. Man hat sogar Krokodilsmumien gefunden. Haroeris hatte die Gestalt eines Falken. Der Name Haroeris bedeutet „großer Horus“. Die alten Ägypter glaubten, dass der Pharao eine Erscheinung des Gottes Horus auf Erden sei.

Als Doppeltempel angelegt, sind die Tore, Durchgänge und Räume jeweils zweimal vorhanden. Die a href='/tempel-von-kom-ombo.htm' target='_blank' e Seite des Heiligtums war Haroeris, die rechte Seite Sobek geweiht. Man betritt den Tempel von der Terrasse auf der Flussseite. Die Portale, Gänge und Hallen führen zum Allerheiligsten. Hierzu durchschreitet man zunächst das Eingangsportal, Pylon genannt, zum Vorhof. Dann geht man in die Vorhalle. Dahinter schließen sich zwei Säulenhallen an, dann drei Querhallen und schließlich die beiden Schreine des Allerheiligsten. Hier wurden die goldenen Standbilder des Sobek und des Haoeris aufbewahrt. Die Reliefdarstellungen und Inschriften an den Säulen und Wänden der Säle schildern den königlichen Opferkult. Sie zeigen verschiedene Könige aus der ptolemäischen und römischen Zeit bei ihren Kulthandlungen.

Neben dem Tempel gibt es noch Überreste kleinerer Kapellen, so z.B. ein Schrein für die Göttin Hathor, und einen Brunnenschacht für die Wasserversorgung. Sauberes Wasser war für den Opferkult und für die rituellen Reinigungen der Priester wichtig.

Info: Tierkulte im alten Ägypten

Der Kult der heiligen Krokodile in Kom Ombo war von großer Bedeutung. Einen ähnlichen Kult gab es in der Oase Fayum, die südwestlich von Kairo liegt. In beiden Orten hielt man heilige Krokodile, die wie Götter behandelt und nach ihrem Tode wie Menschen mumifiziert und bestattet wurden. Krokodile waren sehr gefährlich. Mensch und Tier mussten bei der Nilüberquerung auf der Hut sein. Unter Wasser konnten die Krokodile auflauern und ihr Opfer überfallen. Heute gibt es nur noch im Nasserstausee und im Nil des Sudan Krokodile. Nördlich des Assuan-Stausees sind sie ausgerottet.

Tierkulte waren im alten Ägypten nichts Außergewöhnliches. Es wurden alle möglichen Tiere verehrt: Katzen, Kühe und Stiere, Falken, Mäuse und eben Krokodile. Die Tierkulte hatten jeweils ganz gestimmte Kultorte. Ibisse, so nennte man die Vögel mit langem Schnabel, deren Gestalt auch der Gott Thot hatte, wurden beispielsweise in Hermoplis Magna verehrt und auf dem Tierfriedhof in Tuna el-Gebel beigesetzt. An manchen Orten hat man Hunderttausende von Tiermumien gefunden.

Es gibt insgesamt drei Gründe für die Mumifizierung und Bestattung von Tieren. Erstens die Verehrung der heiligen Tempeltiere, die nach ihrem Tode würdevoll bestattet werden mussten. Zweitens wurden Tiermumien auch als Grabbeigaben den Verstorbenen mit ins Jenseits gegeben. Und drittens wurden Tiermumien bei Götterfesten in den Tempeln den Göttern geweiht und geopfert.

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