Kairo als Hauptstadt von Ägypten

Bab Zuweila (Foto: M. Hüneburg)
Handwerker im Bazar (Foto: M. Hüneburg)
Insel Gezira und Cairo Tower (Foto: M. Hüneburg)
Moschee (Foto: M. Hüneburg)
Zitadelle (M. Hüneburg)

Kairo ist eine faszinierende Stadt. Sie ist die Hauptstadt Ägyptens und die größte Stadt in ganz Afrika. Niemand weiß genau, wie viele Menschen dort leben, weil ständig welche hinzuziehen. Es sind ungefähr 8 bis 9 Millionen in der eigentlichen Stadt. Allerdings ist die Stadt mit ihren Vororten zusammengewachsen. So entstand ein riesiges Siedlungsgebiet mit 17 bis 20 Millionen Einwohnern. Kairo ist das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum des Landes. Hier gibt es die meisten Geschäfte, Banken, Hochhäuser, Hotels, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten, Museen und Moscheen. Die islamische Al-Azhar-Universität gilt als bedeutendste in der arabischen Welt.

Wen du vom Flughafen kommst und mit dem Taxi oder Bus zu deinem Hotel fährst, wirst du das Gefühl haben, die Stadt sei unendlich. Bis zum Horizont erstreckt sich das Meer der Häuser. Die Straßen sind voller Menschen und Autos. Es herrscht Lärm. Die Luft ist staubig. An den Rändern der Stadt gibt es Hochhäuser, die aussehen, als wären sie Bauruinen. Es gibt Elendsviertel, in denen die Armen in engen Wohnungen zusammengepfercht hausen müssen. Daneben gibt es vornehme Wohngegenden, wo die Reichen in großen Villen und schicken Wohnungen residieren. Moderne Hotels, Restaurants und Shoppingzentren bestimmen das Stadtbild an den Nilufern im Zentrum von Kairo. Von den Hochhäusern kann man in der Ferne die Pyramiden sehen.

Überall sieht man Moscheen. Wenn der Muezzin (der Gebetsausrufer) vom Minarett (dem Turm der Moschee) die Gläubigen Muslime zum Gebet ausruft, wird der geschäftige Alltag unterbrochen. Dann hört man die Gebete von allen Minaretten der Stadt schallen wie bei uns das Läuten der Kirchenglocken. Lange Zeit war Kairo das religiöse Zentrum der islamischen Welt. Bedeutende Gelehrte trafen sich hier, um den Koran, das heilige Buch des Islam, auszulegen und zu deuten. Koranschüler kamen aus vielen Ländern, um in Kairo zu studieren.

Gegründet wurde Kairo im Mittelalter, im 10 Jahrhundert. Ihr arabischer Name Al-Qahira bedeutet „Die Siegreiche“. Allerdings gab es im Umkreis der Stadt ältere Vorgängerstädte, die in Kairo aufgegangen sind. Fustat hieß die Stadt nach der Eroberung Ägyptens durch die Araber im Jahre 642. Altbabylon war eine Bezeichnung für eine Festungsstadt zur Zeit der Herrschaft der Römer und Byzantiner. Im Zeitalter der Pharaonen waren Memphis und Heliopolis die größten Städte in der Gegend des heutigen Kairo. Dort gab es auch prächtige Tempelanlagen. In Memphis wurde der Schöpfergott Ptah verehrt, in Heliopolis der Sonnengott Re-Harachte. Der Name Heliopolis ist griechisch und bedeutet Sonnenstadt. Heute ist Heliopolis ein moderner Stadtteil von Kairo. Memphis ist ein Ruinenfeld südwestlich von Kairo.

Zitadelle

Ein wichtiges Wahrzeichen von Kairo ist die Zitadelle. Die Zitadelle ist eine große Festungsanlage auf einem erhöhten Felsplateau. Die mittelalterliche Festung wurde im 13. Jahrhundert unter dem Sultan Saladin errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer weiter ausgebaut. In der Mitte thront eine riesige Moschee. Sie ist wegen ihrer hohen Lage weithin überall in Kairo sichtbar. Es ist die Moschee von Mohammed Ali aus dem 19. Jahrhundert. Ebenfalls zur Zitadelle gehören ausgedehnte Palastanlagen. Unterhalb der Zitadelle stehen weitere berühmte Moscheen. Besonderns eindrucksvoll ist die Moschee des Sultans Hassan. Sie ist die prächtigste Moschee aus dem Kairoer Mittelalter.

Das Ägyptische Nationalmuseum in Kairo

In Kairo gibt es viele Museen. Es gibt Museen zur islamischen, christlichen und modernen Kunst. Das größte und berühmteste ist das ägyptische Nationalmuseum, kurz Ägyptisches Museum genannt. Es wurde 1902 eingeweiht. Hier sind große Kunstwerke und Schätze aus der Zeit der Pharaonen ausgestellt. Statuen, Statuetten, Steinreliefbilder, altes Mobiliar, Mumien, Särge und Sarkophage, Grabbeigaben und Goldschmuck aus den Gräbern der Pharaonen faszinieren täglich Tausende von Besuchern. Höhepunkt ist der prunkvolle Goldschatz des Tutanchamun mit seiner Goldmaske und den goldenen Särgen. Auch die Gold- und Silberschätze aus Tanis sind zu sehen. In Tanis hatte man ein Pharaonengrab gefunden, das so reich ausgestattet war, wie das Grab des Tutanachamun. Der König, der in diesem Grab bestattet war, hieß Psusennes I. Er lebte etwa vierhundert Jahre später als Tutanchamun. Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Kunstschätze aus dem alten Ägypten zu sehen als im Ägyptischen Museum. Tausende Objekte können besichtigt werden, und Zehntausende werden in den Archiven und Kellern aufbewahrt. Das Museum ist eine wahre Schatzkammer. Im Erdgeschoss kannst du Abbilder der berühmten Pyramidenerbauer angucken: Es gibt eine kleine Figur von Cheops zu sehen, dem Erbauer der großen Pyramide in Giza, schöne Standbilder von Chephren, dem Erbauer der zweiten Pyramide in Giza, ja sogar eine Sitzfigur des Pharao Djoser, der die Stufenpyramide von Sakkara hat errichten lassen. Im Obergeschoss erzählen viertausend Jahre alte Holzmodelle vom Leben der alten Ägypter: Häuser, Menschen, Tiere und Nilboote. Geheimnisvoll sind die Mumien der großen Pharaonen im Mumiensaal. Hier kannst du den großen Herrschern ins Antlitz schauen. Mysteriös sind die Bilder von Echnaton , jenem berühmten Pharao, der den alten Göttern abgeschworen hatte und stattdessen die Sonne als alleinigen Gott verehrte.

Altstadt und Bazare

Bazare und Souks sind seit dem Mittelalter die Handelsplätze der Stadt. Die Händler kamen aus dem ganzen Orient und brachten mit ihren Karawanen Gewürze, Teppiche, Weihrauch, Kunsthandwerk und wichtige Rohstoffe in die Stadt. Sie übernachteten in den Karawansereien, wo für sie und ihre Kamele gesorgt wurde. Typisch für eine orientalische Altstadt sind enge Straßen, Gassen und Wege. In bestimmten Straßen war ein bestimmtes Handwerk zu Hause. So gab es jeweils eine Straße der Gerber, der Goldschmiede, der Teppichknüpfer- und Händler und so weiter. In den gemütlichen Straßencafés sitzen hauptsächlich die Männer, trinken Tee und rauchen Wasserpfeife.

Heute schlendern viele Touristen durch die Gassen der Bazare. Die Händler haben sich darauf eingestellt und bieten landestypische Souvenirs an. Der größte Bazar in Kairo ist der Khan el-Khalili . Hier kann man Teppiche, Kunsthandwerk, Schmuck, Lederwaren und bemalte Papyri kaufen. Es macht Spaß, mit den Händlern um den Preis zu feilschen. Manchmal wird man zu einem Glas heißen Tee eingeladen.

Wichtigste Gebäude in einer arabischen Altstadt, auch Medina genannt, sind die Moschee und die Madrasa. Die Madrasa ist eine Koranschule. Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Die Muslime glauben, dass Gott, Allah genannt, dem Propheten Mohammed den Inhalt des Koran diktierte. Die Madrasa war früher die einzige Schule, in der die Kinder lesen und schreiben lernten.

An manchen Stellen ist noch die alte Stadtmauer erhalten. Um in die Stadt zu gelangen, mussten die Menschen früher durch große Toren gehen. Die zwei berühmtesten Stadttore von Kairo sind das Bab Zuweila und Bab al-Futuh . Wenn man sie durchschreitet, fühlt man sich wie ins Mittelalter zurückversetzt.

Die Zahl der berühmten Moscheen in Kairo ist unendlich. Viele stammen aus dem Mittelalter. Die älteste Moschee in Kairo ist die Ibn-Tulun-Moschee. Sie wurde bereits im 9. Jahrhundert errichtet. Eigentlich ist die Amr-Moschee sogar noch älter. Allerdings wurde sie mehrfach umgebaut und sieht heute ganz anders aus, als zum Zeitpunkt ihrer Erbauung. Sie stammte ursprünglich aus dem 7. Jahrhundert und wurde nach Amr Ibn al-As benannt, dem arabischen Eroberer Ägyptens.

Koptisches Altkairo

Altkairo ist ein Stadtviertel mit alten Festungsbauten und christlichen Kirchen. Hier wohnen viele Kopten. So nennt man die Christen Ägyptens. Die Kirchen fügen sich in die Mauern und Ruinen einer alten Festung aus römischer und byzantinischer Zeit ein. Eine berühmte Kirche ist die El-Muallaqa. Das heißt „Die Hängende“. Sie wurde wie ein Nest über einen Torbau aus römischer Zeit errichtet. Die Christen in Ägypten sind sehr gläubig. Sie erinnern daran, dass nach biblischer Überlieferung, Maria, Josef und das Jesuskind in Ägypten Zuflucht fanden, als man sie in Palästina verfolgte. Auch eine jüdische Synagoge gibt es in Altkairo. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. gab es jüdische Gemeinden in Ägypten.

Klima für Kairo

Klima diagramm für Kairo

Die ägyptische Hauptstadt Kairo liegt am Beginn des Nildeltas in der subtropischen Klimazone. Ein solches Klima zeichnet sich durch sehr hohe Temperaturen im Sommer und gemäßigt milde Temperaturen im Winter aus. Niederschläge sind sehr selten und treten nur in geringen Mengen auf. Für Kairo bedeutet das, dass es insgesamt nur 30 Millimeter Regen pro Jahr gibt, der sich auf die Monate zwischen November und März verteilt. Der Grund dafür ist das Klimasystem in den Subtropen, wo die sogenannten Passatwinde aus Richtung Norden eine ausreichende Wolkenbildung verhindern.

Da Kairo auf dem 30. Breitengrad liegt, erreichen die Höchsttemperaturen im Januar schon 20 oC und steigen im Juli auf bis zu 35 oC. Selbst nachts beeindruckt Kairo dann noch mit Temperaturen von mehr als 20 oC. Im Januar dagegen muss man sich schon etwas wärmer anziehen, denn dann liegen die nächtlichen Temperaturen auch schon mal unter der 10 Grad Marke.

Da es in Kairo so wenige Wolken gibt, scheint auch die Sonne dementsprechend häufig. Im Januar sind das immerhin 8 oder 9 Stunden und im Sommer kann man bis zu 13 Stunden am Tag die Sonne genießen.

Klimatabelle für Kairo

  Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Temp max (°C) 19 21 25 29 33 35
Temp min (°C) 8 9 11 14 18 20
Wassertemperatur (°C) 0 0 0 0 0 0
Sonnenstunden 8 9 10 11 12 13
Regentage 4 3 2 1 0 0
  Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temp max (°C) 36 34 33 29 26 21
Temp min (°C) 21 21 20 17 14 9
Wassertemperatur (°C) 0 0 0 0 0 0
Sonnenstunden 13 12 11 10 9 8
Regentage 0 0 0 0 1 2

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