Giza oder auch Gizeh mit den Pyramiden

Mastaba und Chefren-Pyramide
Pyramiden und Sternenhimmel
Pyramiden

Sie sind Weltwunder alter Baukunst. Die drei Pyramiden von Giza gehören zu den berühmtesten Bauwerken der Menschheit. Seit mehr als vier Jahrtausenden thronen sie auf dem Plateau über dem Niltal, bewacht von der geheimnisvollen Sphinx. Für viele Menschen sind die Pyramiden von Giza das Wahrzeichen Ägyptens. Eine Reise ins Land am Nil ist nicht komplett, ohne die Pyramiden gesehen zu haben.

Heute kann man bequem von Kairo aus zu den Pyramiden fahren, denn Giza liegt direkt westlich der Hauptstadt. Die Häuser der Stadtregion drängen sich bis an den Rand des Pyramidenplateaus. Täglich kommen Tausende von Touristen aus aller Welt, um die Bauwerke zu besichtigen. Souvenirhändler und Kameltreiber wittern gutes Geschäft. Sie wollen Postkarten und Andenken verkaufen oder gegen Geld die Reisegäste auf dem Kamel herumführen. Polizisten und Wächter sorgen dafür, dass die Touristen nicht bedrängt werden und niemand auf die Pyramiden steigt. Denn das ist verboten.

Gebaut wurden die drei großen Pyramiden von Giza von den Pharaonen Cheops , Chephren und Mykerinos. Es war die Zeit des Alten Reiches. Zu jener Zeit erreichte der Pyramidenbau seinen Höhepunkt. Die Herrscher waren so mächtig wie niemals zuvor oder danach. Die ganze Gesellschaft drehte sich um den Pharao. Für die alten Ägypter war er war der Mittelpunkt ihres Universums. Die Pyramiden sollten seiner Herrschaft Ewigkeit verleihen.

Waren die Pyramiden wirklich Gräber?

Ja. Die Pyramiden waren Teil eines großen Grabkomplexes. Ein solcher Komplex bestand aus einem Taltempel am Flussufer, einem Aufweg zur Pyramide, einem Totenopfertempel und der Pyramide selbst. Die eigentliche Pyramide war das Grabmahl des Pharao. Im Innern befindet sich die Sargkammer. Hier waren einst der Sarkophag des verstorbenen Königs und die wertvollen Grabbeigaben aufgestellt, bis Grabräuber im Mittelalter die Kammern plünderten. Der Totenopfertempel war für den Königskult bestimmt. So wie man heute auf dem Friedhof der Toten gedenkt, die Gräber mit frischen Blumen schmückt und ein Gebet spricht, so huldigten die alten Ägypter dem verstorbenen Pharao mit Gebeten und Opfergaben. Sie glaubten, dass der König im Jenseits, d.h. im Totenreich, weiterlebt und in seine Seele in den Königsstatuen Platz nehmen könne, um die Opfergaben in Empfang zu nehmen und die Gebete zu hören. Die Pyramide selbst verweist auf den Sternenhimmel. Die alten Ägypter der Pyramidenzeit glaubten, dass die Seele des toten Königs in den Himmel hinauffährt und ihren Platz in festen Sternbildern einnimmt.

Die Cheops-Pyramide

Die größte Pyramide ist die des Pharao Cheops. Bereits im Altertum galt sie als eines der Sieben Weltwunder. Ursprünglich war sie 146 Meter hoch. Im Laufe der Jahrhunderte haben Wind und Wetter sowie Steinräuber die Spitze abgetragen. Heute misst die Pyramide nur noch 139 Meter. Mehr als zwei Millionen tonnenschwere Steinblöcke waren nötig, um diesen gewaltigen künstlichen Berg aufzuschichten. Der Bau einer Pyramide dauerte viele Jahre. Zehntausende Steinmetzen und Handwerker waren am Bau beteiligt.

Das Innere der Cheopspyramide ist faszinierend. Es gibt drei Grabkammern. Eine befindet sich unterhalb der Pyramide, eine in der Mitte des Bauwerks und eine weiter darüber. Über die Bedeutung dieser drei Kammern ist man sich nicht im Klaren. Sehr wahrscheinlich waren alle drei als Sargkammern gedacht. Doch während des Baus sei der Bauplan mehrfach geändert worden, so dass am Ende die große Kammer für den Sarkophag des Herrschers bestimmt war. Zur großen Grabkammer führt eine hohe Galerie.

Seitlich der Cheopspyramide befindet sich ein Bootsmuseum. Archäologen hatten in einer tiefen Grube einen Bausatz für ein Schiff gefunden. Es ist das älteste erhaltene Holzschiff der Menschheit, viereinhalbtausend Jahre alt. Die alten Ägypter glaubten, dass der König im Jenseits mit dem Boot über den Himmel fährt und die Sonne begleitet.

Die Chephren-Pyramide

Aus der Ferne sieht es so aus, als sei die mittlere Pyramide die größte. Doch die Pyramide des Königs Chephren wirkt nur deshalb größer, weil sie auf einem höher gelegenen Bereich des Felsplateaus gebaut wurde. Ursprünglich war sie 143 Meter hoch, heute misst sie nur noch 136 Meter. An der Spitze der Pyramide kannst du noch die Reste der alten Kalksteinummantelung erkennen. Denn ursprünglich waren die Pyramidenaußenwände glatt. Im Mittelalter haben Steinräuber die wertvollen Kalksteinblöcke der Außenfläche abgebaut, um damit die Moscheen und Paläste der Sultane zu errichten. Daher sehen die Außenwände der Pyramiden heute so unregelmäßig und stufenförmig aus. Im Innern der Chephren-Pyramide gibt es weniger Gänge und Kammern als in der Cheops-Pyramide. Dafür sind die Totentempelanlagen vor der Pyramide besser erhalten.

Die geheimnisvolle Sphinx

Sie ist die größte Monumentalfigur aus dem alten Ägypten: die Sphinx. Sie wurde aus dem anstehenden Fels gehauen und mit zusätzlichen Steinblöcken ergänzt. Die Sphinx hat den Körper eines Löwen und den Kopf eines Pharao. Die Ägyptologen sind sich nicht sicher, ob die Sphinx Pharao Chephren oder Pharao Cheops darstellen soll. Sie stammt aber gewiss aus der Zeit des Pyramidenbaus. Unter den Ägyptern wird sie heute auf Arabisch Abu el-Hol genannt. Das bedeutet: Vater des Schreckens. Im Mittelalter haben sich die Menschen vor der Sphinx gefürchtet. Vor der Sphinx gibt es einen Sphinxtempel mit großen Granitpfeilern. Gleich daneben steht der Taltempel des Königs Chephren.

Die Mykerinos-Pyramide

Die Pyramide des Pharao Myrkerinos ist die kleinste der drei Königsgräber. Sie ist „nur“ 66 Meter hoch. Während im oberen Bereich der Pyramide die Kaltsteinverkleidung abgerissen wurde, ist im unteren Bereich noch ein großer Teil der Verkleidung aus rötlichem Granit erhalten. Nach ihrem Bau muss die Pyramide weiß und rot gestrahlt haben: weiß durch die Kalksteinverkleidung im oberen und rot wegen der Granitverkleidung im unteren Bereich.

Kleine Pyramiden und Mastabas

An den Seiten der drei großen Pyramiden stehen mehrere kleine Pyramiden. Sie waren die Begräbnisstätten der Königinnen und Prinzessinnen. Vor und hinter den Pyramiden liegen die Gräber der hohen Beamten und Höflinge. Sie haben die Formen von Kästen. Auf Arabisch werden sie Mastabas genannt. Mastaba ist das arabische Wort für Bank. Im oberirdischen Bereich gibt es frei zugängliche Räume. Die Wände sind teilweise mit Bildern und Hieroglypheninschriften dekoriert. In dem Grab einer Königin fand 1925 ein amerikanischer Archäologe einen Goldschatz mit verzierten Möbeln, die heute im Museum von Kairo stehen.

Weitere Pyramiden in Ägypten

Giza ist nicht der einzige Ort in Ägypten mit großen Pyramiden. Über viele Jahrhunderte wurden an mehreren Orten Pyramiden errichtet. Ein wichtiger Ort des Pyramidenbaus ist Sakkara . Hier wurde auch die älteste Pyramide errichtet, die Stufenpyramide des Königs Djoser. In Dahschur stehen unter anderen zwei große Pyramiden des Königs Snofru. Er war der Vater von Cheops. Eine der beiden Pyramiden hat einen Knick im Böschungswinkel. Deshalb wird sie Knickpyramide genannt. In Abusir stehen die Überreste großer Pyramiden, die allerdings so zerstört sind, dass sie wie Steinhügel aussehen. Aus späterer Zeit, dem Mittleren Reich, also etwa der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr., stammen die Pyramiden von Lischt , Illahun und Hawara in der Näher der großen Fayum-Oase. Sie waren aus Lehmziegeln errichtet worden und sind wegen des vergänglichen Materials schlecht erhalten.

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