Edfu

Horus-Tempel

Edfu ist eine Stadt in Südägypten. Sie liegt auf halbem Wege von Luxor nach Assuan und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.

Im Innern der Stadt steht ein großer Tempel aus der Zeit der Pharaonen: der prächtige und hervorragend erhaltene Horus-Tempel. Horus war ein Falkengott, der symbolisch für das Königtum stand. Der Tempel ist mehr als 2.000 Jahre alt, allerdings auch 2.000 Jahre jünger als die Pyramiden. Im Jahre 237 v. Chr. wurde mit dem Bau begonnen, im Jahre 57 v. Chr. wurde er fertig gestellt. Errichtet wurde er zur Zeit der Ptolemäer. Die Ptolemäer waren Pharaonen griechischer Herkunft. Nach dem Tode Alexanders des Großen, der im Jahre 332 vor Christus Ägypten erobert hatte, übernahm ein General namens Ptolemäus die Herrschaft über das Land am Nil. Seine Erben trugen alle den Namen Ptolemäus. Allerdings hatten sie noch weitere Beinamen, um sich voneinander zu unterscheiden. Die Herrschaft der Ptolemäer endete um 30 vor Christus mit dem Tod der Königin Kleopatra.

Der Tempel ist einer der schönsten in Ägypten. Er ist etwa 137 Meter lang und 80 Meter breit. Das Dach des Tempels ist komplett erhalten. Man kann durch die Hallen und Räume schreiten wie in einer großen Kathedrale. Ein großer Pylon bildet das Eingangstor. Er ist etwa 36 Meter hoch. Die in Stein gemeißelten Reliefbilder an den Fronten der Pylontürme zeigen den König beim Erschlagen der Feinde. Zwei steinerne Horusfalken stehend wachend vor den Pylontürmen. Im Innern der Pylone gibt es Treppen und Räume, die betreten werden können, wenn sie für Besucher geöffnet sind

Durch das Eingangstor gelangt man in den großen Vorhof. Säulenkolonnaden bilden die Seiten und die Rückfront. Die Reliefbilder an den Säulen und Wänden zeigen den Pharao vor verschiedenen Göttern. Er betet sie an und reicht ihnen Opfergaben. Dies sind Kulthandlungen. Sie wurden von den Priestern im Namen des Königs im Tempel vollzogen.

Die Vorhalle ist zu einer Seite offen. Zwölf Säulen tragen das Dach der Vorhalle. Die oberen Abschlüsse der Säulen haben die Formen von Palmen und Lotusblüten. Die schwarze Farbe an der Decke stammt vom Ruß der Feuerstellen, die einst koptische Siedler in den Räumen hinterlassen haben. Nach dem Ende des Tempelkultes waren die Ruinen verlassen und wurden von den Bauern der Umgebung als Wohn- und Kochstätte genutzt.

Je weiter man in das Innere des Tempels vordringt, desto dunkler wird es. In dem folgenden Säulensaal dringt das Licht durch keine Schlitze an der Wand. Wieder ragen zwölf Säulen empor. Kleine Durchgänge an den Seitenwänden führen zum Tempelumgang. Über eine Treppe kannst du bis zum Tempeldach steigen.

Auf den Säulensaal folgen zwei breite Vorhallen, dann stehst du vor dem Allerheiligsten. Hier war die Barke mit der Götterstatue des Horus aufgestellt. Anlässlich bedeutender Festtage trugen die Priester die Götterbarke in Form einer Prozession aus dem Tempel. Am Abend wurde sie wieder ins Allerheiligste gebracht und die Türen versiegelt. Die Wandbilder im Innern des Allerheiligsten geben eine Vorstellung davon, wie die heiligen Rituale vollzogen wurden. Umgeben ist das Allerheiligsten von vielen kleinen Kapellen für kleinere Götterkulte.

Um den Bau des Tempels herum, aber noch innerhalb der Umfassungsmauer, gibt es einen Umgang. Die Innenwände der Umfassungsmauer und die Tempelaußenwand sind mit interessanten Wandbildern geschmückt. Sie handeln von den Mythen um den Gott Horus. Eine Szene stellt beispielsweise dar, wie Horus ein Nilpferd bekämpft. Das Nilpferd steht hier symbolisch für den Gott Seth, der Feind des Horus war. Pharao galt als Verkörperung des Gottes Horus. Daher war es wichtig, dass Horus alle Kämpfe gewann.

Vor dem Tempeleingang steht ein weiteres, aber wesentlich kleineres Heiligtum. Es ist das sogenannte Geburtshaus. Hier wurde die Geburt des Götterkindes gefeiert. Nach der ägyptischen Mythologie war Horus von Edfu Gemahl der Göttin Hathor von Dendera. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, das Götterkind Ihi. Die Geburt dieses Götterkindes wurde auch im Geburtshaus des Hathor-Tempel s in Dendera gefeiert.

Neben den Tempelanlagen türmt sich ein großer Schutthügel. Hier wurden Ruinen der alten Stadt ausgegraben. Schon vor mehr als viertausend Jahren gab es in Edfu eine Siedlung.

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