Imhotep antiker Baumeister unter König Djoser

Zu den Großen der Weltgeschichte zählt man gemeinhin auch berühmte Philosophen, Gelehrte, Wissenschaftler, Schriftsteller, Dichter und Denker. Doch je weiter man in die Geschichte zurückblickt, desto spärlicher wird die Zahl der Erinnerten. Die Überlieferungen versickerten in Raum und Zeit. Wer kann schon mehr als eine handvoll Gelehrte aufzählen, die zeitlich vor den griechischen Philosophen, vor den jüdischen Propheten, vor Konfuzius, vor Zarathustra auf dieser Welt wandelten?Zu den ältesten Weisen und Gelehrten der Menschheitsgeschichte, an die man sich noch heute erinnert, gehört Imhotep . Der Name Imhotep (Bedeutung: „Derjenige, der in Frieden kommt“ bzw. „Der in Frieden Kommende“) ist geradezu zum Synonym für einen altägyptischen Weisen geworden. Er lebte und wirkte zur Zeit des Königs Djoser ( Altes Reich , 3. Dynastie, 27. Jahrhundert v. Chr.). Die Tatsache, dass sein Name auch nach mehr als viereinhalb Jahrtausenden nicht vergessen ist, verdankt man dem Umstand, dass Imhotep nach seinem Tode über viele Jahrhunderte als Patron der Schreiber und Gelehrten verehrt und erinnert wurde. Ab der Spätzeit, so etwa ab dem 6. Jahrhundert v. Chr., wurde er sogar als eine Art Gott verehrt. Er bekam seinen eigenen Tempel und seinen eigenen Kult. Dieser Kult gewann in der Ptolemäerzeit an landesweiter Bedeutung.Zu Lebzeiten war Imhotep ein hoher Amts- und Würdenträger des Königs Djoser und dann des Königs Horus Sechemchet. Wesir wurde er zwar nie, aber dennoch ein wichtiger Mann an der Seite Pharaos. Auch als Priester fungierte er, er war zum Beispiel Hoherpriester des Re in Heliopolis. Seine wichtigste Funktion jedoch war die des Baumeisters. Er gilt als Erfinder – wenn man so will – oder als Pionier des monumentalen Steinbaus. Vermutlich hat er Methoden entwickelt, wie sich effektiv große Mengen von Steinblöcken zu großen Monumenten zusammenfügen lassen. Steinbauten waren Symbole der Ewigkeit, da das Material besondere Haltbarkeit und Dauer versprach. Als sein wichtigstes Denkmal kann man die Pyramidenanlage des Djoser in Sakkara (Saqqara) ansehen (siehe auch Artikel: Sakkara – Teil 2 – Pyramidenkomplex des Djoser). Sie ist die erste monumentale Steinpyramide der Welt und geht – so die Überlieferung – auf Imhoteps Ingenieurskunst zurück. Wo Imhotep begraben wurde, weiß man nicht. Vermutlich fand er seine Ruhestätte in Sakkara. Es ist auch nichts über seine Persönlichkeit oder seinen Charakter bekannt. Abbildungen gibt es nur wenige, und wenn, dann aus wesentlich späterer Zeit. Eine interessante Relief-Abbildung in der kleinen Kapelle des Ptah im Tempelkomplex von Karnak aus der 18. Dynastie ( Neues Reich ) zeigt Imhotep als „Sohn des Ptah“ (Ptah galt als Schöpfergott) in Begleitung des Weisen und Wesirs Amenophis (Amenhotep), Sohn des Hapu. Imhotep und Amenophis galten als die idealen intellektuellen Amtsträger schlechthin.Auswahl weiterführender Literatur
  • Wildung, Dietrich, Imhotep und Amenhotep – Gottwerdung im alten Ägypten, (Münchener Ägyptische Studien, Band 36), München und Berlin 1977.
  • Wildung, Dietrich, „Imhotep“, in: Lexikon der Ägyptologie, Band III, Wiesbaden 1977, Sp. 145-148.
Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg