Hierakonpolis

Die archäologische Ausgrabungsstätte von Hierakonpolis (altägyptisch: Nechen, ägypt.-arabisch: Kom el-Ahmar) liegt etwa 110 Kilometer nördlich von Assuan , 15 Kilometer nordwestlich von Edfu und 80 südlich von Luxor auf der Westseite des Nils, direkt gegenüber der Schwesterstadt Elkab . Der arabische Name bezieht sich auf die Farbe der Hügel, denn Kom el-Ahmar bedeutet „roter Hügel“, wobei der Ortsname nicht zu verwechseln ist mit Gebel el-Ahmar („roter Berg“) bei Kairo / Heliopolis. Bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. war Hierakonpolis eine bedeutende Siedlung.

Hierakonpolis war in prädynastischer und frühdynastischer Zeit einer der wichtigsten Orte Ägyptens, nur vergleichbar mit Abydos . Vor der Reicheinigung (1. Dynastie) war Hierakonpolis der Hauptkultort des Gottes Horus und vermutlich auch die wichtigste Herrscherresidenz in Oberägypten. Außerdem war Hierakonpolis Kultort der Geier-Göttin Nechen. Es wurden Reste ihres Tempels ausgegraben. Hierbei kamen in einem vergrabenen Versteck wertvolle Kunstwerke aus der Frühzeit und dem Alten Reich zutage, darunter die berühmte Prunk-Palette des Namer, ein Keulenkopf des Königs Skorpion und ein goldener Falkenkopf aus der 6. Dynastie. Die Objekte sind heute im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Heute noch erkennbar sind die Lehmziegelmauern einer heiligen Kultfestung aus der Zeit des Königs Chasechemui aus der 2. Dynastie (28. Jahrhundert v. Chr.). Das heilige Fort misst etwa 65 mal 75 Meter und ähnelt den heiligen Talbezirken in Abydos.

Ab dem Mittleren und Neuen Reich verschob sich die Bedeutung des Ortes in der Region zugunsten der Schwesterstadt Elkab (Nechab), die auf der anderen Seite des Nils liegt.

Etwa 2 Kilometer westlich befinden sich im Wadi Abu es-Suffian 22 Gräber aus dem Mittleren und Neuen Reich. Hier wurden hohe Amts- und Würdenträger der Region bestattet.

Auswahl weiterführender Literatur:
  • Adams, Barbara, „Hierakonpolis“, in: Lexikon der Ägyptologie, Band II, Wiesbaden 1977, Sp. 1182-1186.
  • Arnold, Dieter, Lexikon der ägyptischen Baukunst, München und Zürich 1994.
  • Petrie, W.M. Flinders, Hierakonpolis – Band I, London 1898.
  • Green, F.W. und J.E. Quibell, Hierakonpolis – Band II, London 1899.
  • Spencer, A.J., Early Egypt – The Rise of Civilisation in the Nile Valley, London 1993
  • Wilkinson, Richard H., The Complete Temples of Ancient Egypt, London 2000.
Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg