Felsgräber von Beni Hassan

In Mittelägypten, auf halber Strecke zwischen Mallawi (Mellawi, Mellaui) und El Minja (El Minya, Minia, von dort sind es etwa 23 km), nahe der Ortschaft Abu Qurqas (Abu Kurkas), befindet sich die berühmte und sehr sehenswerte Nekropole von Beni Hassan (Beni Hasan). (Der arabische Name „Beni Hassan“ bedeutet „Söhne des Hassan“. Er stammt aus dem Mittelalter und nimmt Bezug auf Mitglieder eines arabischen Beduinenstammes, die sich angeblich in einem gleichnamigen Dorf dort niederlassen haben sollen.) Die Nekropole liegt auf dem Ostufer des Nils.Bei dieser Nekropole handelt sich um eine Gruppe von 39 Felsgräbern aus dem Mittleren Reich, die in die Kalksteinfelsen geschlagen wurden. Die Gräber datieren in die 11. und frühe 12. Dynastie (20. bis 19. Jahrhundert v. Chr.). Die meisten Grabinhaber waren Gaufürsten oder Provinzgouverneure des Gazellengaus bzw. des 16. oberägyptischen Gaues sowie Gouverneure der einst bedeutenden antiken Provinzstadt „Menat-Chufu“ („Amme des Cheops “). Diese Stadt war im Alten Reich als königliche Landwirtschaftsdomäne gegründet worden, um Nahrungsmittel für die königliche Residenz bei den Pyramidenanlagen zu produzieren. Besonders hervorzuheben ist die einzigartige Dekoration der Gräber. Einige sind mit exquisiten Wandmalereien geschmückt. Die bunten Malereien und Beischriften veranschaulichen Details aus dem Alltagsleben des alten Ägypten und rund um den Totenkult. Dargestellt sind Jagdszenen, Sport- und Tanzszenen, Fischerei und Landwirtschaft, der Totenopferkult und lange Auflistungen der Totenopfergaben. Die langen Hieroglyphentexte erzählen vom Wirken der hohen Amts- und Würdenträger in ihrer Provinz. Die Gräber liegen – wie Perlen an einer Schnur – in einer Reihe an einem terrassenartigen Weg am Felshang. Die Ausgräber und Archäologen nummerierten die Gräber von Norden nach Süden von 1 bis 39. An den Fels- und Schotterhängen vor den Felsgräbern wurden noch zahlreiche kleine Schachtgräber und Bestattungsgruben der einfachen Gefolgsleute und ländlichen Untertanen gefunden.Die Felsgräber bestehen zumeist aus einer großen dekorierten Kultkapelle, die allzeit zugänglich war. Sie diente dem Totenopferkult. In den Boden der Grabkapelle wurden tiefe Schächte gegraben, die zu den eigentlichen Grabkammern führten. Diese sind nicht zugänglich. Häufig handelt es sich lediglich um einfache Grubenschächte, in welche der Sarkophag und ein paar Beigaben gelegt wurden, bevor man sie mit Erde zuschüttete. Die großen Gräber verfügten ursprünglich über jeweils einen eigenen Aufweg. Es ist nicht auszuschließen, dass einige Grabanlagen noch einen Taltempel am Fuß des Aufwegs hatten. Damit ähneln sie in ihrem dreiteiligen Aufbau – zumindest vom Prinzip her – den Pyramidenanlagen des Alten und Mittleren Reiches oder dem Totentempel des Mentuhotep in Deir el-Bahari . (Tatsächlich wurde an einem anderen Ort, und zwar bei den Gräbern von Qaw el-Kebir, die Konzeption weiter fortgeführt und eine richtige Kombination aus Taltempel, Aufweg, Totentempel und Grabschächte errichtet.) Insgesamt lässt sich bei der Grabarchitektur von Beni Hassan eine Entwicklung erkennen. Die älteren Gräber haben einen einfachen rechteckigen Grundriss. Dann werden die Gräber größer und mit Säulen in Abschnitte gegliedert. Diese Säulen sind jeweils aus dem Fels geschlagen worden. Schließlich sind die letzten Gräber von Beni Hassan wie Totentempel strukturiert. Die jüngeren Gräber haben als Kultziel eine Statuennische, in der eine steinerne Sitzfigur des Verstorbenen stand. Diese Entwicklung entsprach wohl einem allgemeinen Fortschritt des Grabgedankens. Ähnliche Gräber wurden zum Beispiel zeitgleich in Assuan ( Qubbet el-Hawa ) angelegt. Die Gräber von Beni Hassan enthalten in ihren Inschriften und Hieroglyphentexten aufschlussreiche Informationen über das Verhältnis der Gaufürsten und Provinzgouverneure zur königlichen Residenz. Die Herren von Beni Hassan waren demnach sehr einflussreiche Persönlichkeiten, die in engem Kontakt zum königlichen Hofe standen. Während der Regierungszeit des Königs Sesostris III. bricht jedoch die Gräbertradition in Beni Hassan ab. Es gibt Hinweise darauf, dass die mächtigen Familien des Gazellengaus zunehmend ihren Wirk- und Lebensschwerpunkt in die Residenz verlagert hatten. Manche Ägyptologen erkennen in dieser Entwicklung das Bestreben Pharaos, die mächtigen Familien des Landes stärker an den königlichen Hof zu binden. Es können auch ökonomische Gründe eine Rolle gespielt haben.Die Touristen kommen über einen Aufweg am südlichen Ende der Nekropole auf die Höhe der Gräber. Dann zieht sich entlang der Bergwand ein nahezu waagerechter Weg entlang der Gräber. Von hier aus hat man auch eine schöne Sicht über das Niltal. Nicht alle Gräber sind gut erhalten. Einige blieben unvollendet, andere sind im Laufe der Jahrhunderte stark beschädigt worden. In manchen Gräbern hatten sich in byzantinischer Zeit christliche Gemeinden niedergelassen, die dort gewohnt und gekocht haben. Einige Gräber wurden auch als Kirche (bzw. Gebetsraum) und Schulraum genutzt. Die Bewohner hinterließen Rußablagerungen an den Wänden und Decken, bekritzelten die Wandmalereien oder brachen Säulen heraus, um die Räume anderweitig nutzen zu können. Doch auch die vielen touristischen Besucher haben ihre Spuren hinterlassen. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren alle Gräber offen und für jeden zugänglich. Nicht nur Touristen, sondern auch die Bevölkerung der nahen Dörfer konnte sich in ihnen frei bewegen und Spuren hinterlassen. Selbst die frühen Ausgräber haben den Gräbern Schaden zugefügt. Beim Kopieren der Wandmalereien wurden Methoden angewandt, die nachträglich die Farben angreifen. So wurden beispielsweise die Bilder mit Öl überstrichen, um die Farben besser erkennen zu können. In den letzten Jahrzehnten gab es wiederholt Bemühungen, die Bilder und Malereien in den Gräbern zu restaurieren und zu konservieren. Zum Schutz sind heute die gut erhaltenen Gräber mit Gittern oder Türen verschlossen. Sie werden bei Bedarf für die Besuchergruppen zeitweise geöffnet. Welche Gräber jeweils besichtigt werden dürfen, liegt an den aktuellen Vorgaben der ägyptischen Altertümerverwaltung. In Regel beschränkt sich die Besichtigungserlaubnis auf die berühmtesten und am besten erhaltenen Gräber: Das Grab von Chnumhotep II. Nr. 2, das Grab von Ameni (Amenemhet) Nr. 3, das Grab von Baket III. (Nr. 15) und das Grab des Cheti (Nr. 17). Die anderen sind entweder unvollendet oder schon stark zerstört oder für die Besucher geschlossen.

Meistens werden die Gräber Nr. 2, Nr. 3, Nr. 15 und Nr. 17 dem Publikum gezeigt. Sie sind die schönsten und am besten erhalten Gräber. Grab des Amenemhet (Grab Nr. 2)Das Grab des Gaufürsten und Gouverneurs Amenemhet gehört zu den beeindruckenden Prachtgräbern von Beni Hassan. Amenemhet war zur Zeit des Königs Sesostris I. Oberhaupt des Gazellengaus. Einst führte ein Aufweg vom Tal zur Grabanlage. Vor dem Grab liegt ein kleiner rechteckiger Vorhof. Der Eingang zum Grab besteht aus einem Portikus mit zwei Säulen. Der Durchgang ist mit Hieroglypheninschriften dekoriert. An der Außenwand sind um die Tür herum die Titel und Würden des Verstorbenen sowie die üblichen Totenopferformeln aufgelistet. An vielen Textstellen im Grab wird sein Name abgekürzt als „Ameni“ wiedergegeben.An den Innenseiten des Türdurchgangs sind biographische Texte festgehalten. Sie erzählen vom Leben des Grabherrn und von seiner Karriere. Besonders hervorgehoben wird in dem Text, wie Amenemhet mit dem königlichen Kronprinzen einen Feldzug nach Nubien unternahm und wie er als Gouverneur seine Region gerecht regierte. Er kam den Steuerforderungen seitens der Residenz rechtzeitig nach, ohne die Bevölkerung durch harte Sonderabgaben zu belasten; er ließ Vorsorge treffen, um Hungersnöte zu überstehen, und kümmerte sich um die Armen und Schwachen in seinem Regierungsbezirk. Schließlich gelangt man durch den Durchgang in die nahezu quadratische Kulthalle des Grabes (ca. 6,5 Meter in Breite und Tiefe). Vier Säulen sind aus dem anstehenden Fels gemeißelt. Diese Säulen imitieren eine Gebäudearchitektur und teilen den Raum, ähnlich wie eine Basilika, in drei „Schiffe“. Die mit Mustern dekorierten Decken haben die Form Tonnengewölben. Das Kultziel der Kapelle ist die Statuennische in der Ostwand. An der Westwand des Grabes sind beiderseits der Eingangtür zahlreiche Bildszenen zu bewundern, die den wirtschaftlichen Betrieb dokumentieren. Gezeigt werden die Tätigkeiten in den Handwerksstätten, auf den Feldern und das Fischen am Nil. Bei den Handwerken kann man einzelne Spezialisierungen erkennen: Darstellt ist unter anderem das Herstellen von Messern und Dolchen, von Ledersandalen, das Blasen von Glasgefäßen, das Töpfern von Gefäßen und das Brennen der Keramik in Öfen. Links, neben der Eingangstür, ist eine Scheintür dargstellt. Sie zeigt im zentralen Bildfeld Amenemhet und seine Gattin beim Mahl bzw. bei der Totenopferspeisung. An der Nordwand sind in verschiedenen Registern unterschiedliche Szenen abgebildet. Ganz oben sind Jagdszenen zu erkennen. Das Wild der Wüstensteppe wird in umzäunte Gehege getrieben und dort mit Peil und Bogen erlegt. Darunter sind Tanzszenen dargestellt. In den unteren Bildregistern geht es um die Überwachung der Steuern und Abgaben an die Totenstiftung des Grabherrn. Ganz rechts sieht man Amenemhet als Aufsichtsperson mit einem Würdenstab in der Hand. Zu ihm werden die zu registrierenden und zu zählenden Rinder und sonstige Tiere geführt. In den zwei untersten Registern sieht man sitzende Schreiber und Verwaltungsbeamte, welche die Steuereinnahmen schriftlich dokumentieren. Die Ostwand thematisiert sportliche Wettkampf- und Kriegshandlungen. Auf der a href='/beni-hassan-teil-1.htm' target='_blank' en Seite sieht man sogar die Erstürmung einer Festung. Im untersten Register sind Schiffsszenen dargestellt. Hier geht es um die Kultfahrt nach Abydos , dem heiligen Ort des Unterweltgottes Osiris. Zentral in der Ostwand befindet sich die Statuennische mit der beschädigten Sitzfigur des Verstorbenen, flankiert von den stark (zerstörten) Figuren seiner Mutter und seiner Gattin. Das Thema der großen Darstellungen auf der Südwand sind die Listen der Opfergaben für den Totenkult. Am a href='/beni-hassan-teil-1.htm' target='_blank' en Ende der Wand sieht man den Grabinhaber sitzend vor dem Totenopfertisch und den unzähligen Speisen, am rechten Ende sitzt seine Frau vor einen ebensolchen Tisch.Grab des Chnumhotep II. (Grab Nr. 3)Von der Architektur her ist das Grab des Gouverneurs von Menat Chufu, Chnumhotep II., vergleichbar mit dem des Nachbargrabes von Amenemhet. Auch hier gibt es einen Vorhof und einen Portikus mit zwei Eingangssäulen. Im Innern der nahezu quadratischen (ca. 9,60 x 9,70 m) und fast 5,90 m hohen Haupthalle standen vier Säulen, die den Raum in eine dreischiffige Halle teilen. Diese Säulen sind mittlerweile zerstört – nur von einer steht noch der Stumpf. Die Themen der Darstellungen auf der Ostwand kreisen wieder um handwerkliche und landwirtschaftliche Tätigkeiten. Wichtig zu erwähnen ist, dass auch diese Szenen mit dem Grabkult im Zusammenhang stehen. Denn dargestellt ist in erster Linie die Herstellung der Grabbeigaben und Kultgegenstände. So sieht man beispielsweise im untersten Register a href='/beni-hassan-teil-1.htm' target='_blank' s die Herstellung einer Statue und eines Schreins. Thema des zentralen Registers ist der Schiffskonvoi nach Abydos. Die Fahrt der Mumie und des Totenkulttrosses nach Abydos war Bestandteil des Totenkultes – sozusagen die letzte Fahrt des Toten vor der endgültigen Bestattung. Links neben der Tür ist oberhalb des Schiffskonvois die Herstellung der Schiffe dargestellt. Man sieht den Grabherren, wie er – getragen auf einer Sänfte – den Schiffsbau überwacht. Auf der rechten Seite im obersten Register sieht man die Verwaltungsbüros der Totenstiftung. Berühmt sind die Szenen auf der Nordwand. In den oberen Registern sieht man den Grabherrn bei der Wüstenjagd. In den unteren überwacht Chnumhotep die Abgaben für die Totenstiftung. Im zentralen Register der Nordwand ist eine eigentümliche Karawane semitischer Nomaden dargestellt. Diese weltberühmte Darstellung zeigt Männer, Frauen und Kinder in bunter Tracht mit Eseln als Tragetiere. Die frühen Ausgräber und zahlreiche europäische Reisende des 19. Jahrhunderts hielten diese Szene für eine Darstellung der Israeliten / Hebräer, die (nach biblischer Schilderung) unter Josef nach Ägypten gekommen waren. Daher ist diese Semitenkarawane in vielen Bibellexika abgebildet. Der bildbezügliche Hieroglyphentext spricht von 37 Beduinen, die gekommen sind, um Augenschminke zu bringen. Vermutlich ist die Abbildung ein Hinweis darauf, dass die Provinzfürsten durchaus Handel mit den Beduinen und Nomaden der Arabischen Wüste trieben.

Die Bilder auf der Ostwand zeigen Chnumhotep mit einigen Familienmitgliedern auf Vogeljagd im Papyrusdickicht und bei Fischfang mit Speer. Oberhalb der Statuennische sieht man Chnumhotep beim Vogelfang mittels eines Netzes. Zu würdigen ist bei diesen Darstellungen auf der Ostwand die naturgetreue Wiedergabe der unterschiedlichen Vögel.

Die Bilder und Beischriften der Südwand drehen sich wieder komplett um den Totenopferkult und die Auflistung der Totenopfergaben. In dem oberen Register sieht man in der Mitte die entsprechenden Priester bei den Totenopferritualen und den ältesten Sohn des Verstorbenen, der für den Opferkult seines verstorbenen Vaters verantwortlich war. Hinter dem ältesten Sohn werden weitere Söhne aufgeführt. Oben rechts sieht man die Gattin des Grabinhabers. Bei ihr sind die Töchter. Im untersten Register zieht sich über alle Wände des Grabes eine sehr lange Hieroglypheninschrift. Es handelt sich um die Biographie des Chnumhotep. Er berichtet von seiner familiären Herkunft, seinem Wirken und Tun, seinen Kontakten zum königlichen Hof und dem Werdegang seiner Söhne.Grab des Baket III. (Grab Nr. 15)Zu den früheren Gräbern der Anlage gehört das große Grab des Gaufürsten und Gouverneurs Baket III. Die Architektur folgt einem einfacheren Prinzip. Das Grab besteht aus einer 7,5 mal 6,5 Meter großen, rechteckigen Kulthalle, wobei der hintere Teil einst durch zwei Säulen optisch abgetrennt war. Die Säulen stehen nicht mehr. Am hinteren rechten Ende gibt es noch eine kleine Nische. Die Grabdekoration zeigt viele interessante Details. Erwähnenswert sind die Jagdszenen, Tanzszenen und Handerkerdarstellungen auf der Nordwand des Grabes und die schier endlosen Kampf- und Ringerszenen auf der Ostwand des Grabes. Grab des Cheti (Grab Nr. 17)Das Grab des Gaufürstern Cheti hat ebenfalls einen einfachen, rechteckigen Grundriss. Der Raum ist sehr groß. Er ist 11,60 m breit und fast 15,9 m tief. Die hintere (östliche) Hälfte der Kulthalle ist unterteilt: Einst standen hier zwei mal drei Lotusbündelsäulen, von denen heute noch zwei vollständig erhalten sind. Auch das Grab des Cheti ist reich dekoriert. Abgesehen von der Ostwand sind auf allen Wänden unterschiedliche Themen und Motive gemischt. Auf der Westwand erkennt man unter anderem Viehherden (Rinder, Esel, Ziegen) mit ihren Hirten, Landwirtschaftsszenen und die Schlachtung eines Rindes. Rechts des Eingangs sieht man den Grabinhaber beim Fischfang und Naturszenen aus dem Papyrusdickicht. Die Nordwand zeigt im oberen Register (auf der Westhälfte) unter anderem wieder die typischen Jagdszenen. Interessante Details sind die eingestreuten Fabelwesen. In den mittleren und unteren Registern sieht man unter anderem Handwerksszenen, Leinenherstellung, den Grabherrn nebst Gattin mit ihren Hunden. Auch die Südwand zeigt unterschiedlichen Darstellungsgruppen zu verschiedenen Themen, darunter Weinherstellung, Vogelfang, der Grabherr mit Hund und Fabelwesen, Tänzer und Tänzerinnen, Hirten mit ihren Rindern und diverse Landwirtschaftsszenen.Nur die Ostwand wird von einem einzigen Thema beherrscht: Sie zeigt Ringer- und sportlichen Wettkampfszenen. Weitere GräberIn Regel dürfen die anderen Gräber nicht besichtigt werden. Einige wichtige seien dennoch kurz erwähnt.Einfach in der architektonischen Gestaltung, aber dennoch an allen vier Wänden dekoriert ist die nahezu quadratische Grabkapelle des Baket I. (Grab Nr. 29). Allerdings sind einige Malereien stark beschädigt. Das Grab seines Sohnes Baket II. (Grab Nr. 33) ist ebenso groß wie das seines Vaters, allerdings sind hier noch nicht alle Malereien freigelegt. Im Grab des Gaufürsten Ramuschentj (Grab Nr. 27) sind die Malereien von großen Bildformaten geprägt. Die Darstellungen sind sehr grob gehalten. Zwei Säulen stehen im beinahe quadratischen Grab des Chnumhotep I. (Grab Nr. 14). An der Nordwand sind unter anderem die üblichen Wüstenjagdszenen zu sehen. An der Südwand fallen die Darstellungen libyscher Nomaden mit ihren Rindern und Ziegen auf.Von den vielen undekorierten Gräbern sind die meisten unvollendet. Die Arbeiten wurden aus unbekannten Gründen abgebrochen. Vielleicht liegt dies an der Beschaffenheit des Kalksteines an den jeweiligen Stellen.

Auswahl weiterführender Literatur

  • Junge, Friedrich, „Beni Hassan“, in: Lexikon der Ägyptologie , Band I, Wiesbaden 1973, Sp. 695-698.
  • Newberry, Percy E., Beni Hasan, Band I – IV, (Egypt Exploration Fund: Archaeological Survey of Egypt), London 1893 – 1900.
  • Shedid, Abdel Ghaffar, Die Felsgräber von Beni Hassan in Mittelägypten, (Antike Welt, Sondernummer 1994), Mainz 1994.

Autor dieses Artikels:

Mirco Hüneburg