Islam als Religion des Buches Ägypten Reiseführer

Der Islam ist wie das Christentum und das Judentum eine Buchreligion, d.h. im Zentrum des Glaubens stehen die Texte der Heiligen Schrift. Was für die Juden der Talmud und für die Christen die Bibel ist für den Muslim der Koran (Quran). Der Koran gilt als das schriftliche Zeugnis der Botschaften, die Gott (Allah) direkt bzw. durch den Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed (Muhammad) kundtat. Dabei gilt der Inhalt des Korans als Wortlaut Gottes. Und da Gott den Koran auf Arabisch kundtat, darf er auch nicht übersetzt werden. So kommt es zur weiten Verbreitung der arabischen Sprache, denn auch nicht-arabische Muslime (Berber, Perser, Türken, Afghanen, etc.) müssen als Gläubige des Arabischen mächtig sein, um seine Verse rezitieren und den Inhalt verstehen zu können. Im Koran stehen unter anderem Texte zur Schöpfung und zur Natur Gottes (Allahs), Anekdoten zur Geschichte der Menschheit und der Propheten, Gebote und Verbote für die Ausübung der Religion und das Leben in der Gemeinschaft der Gläubigen sowie Anweisungen für die Gebete und Reinheitsvorschriften. Insgesamt besteht der Koran aus 114 Kapiteln oder Abschnitten, die „Suren“ genannt werden. Die Texte sind im Versmaß gehalten, zwar in Prosa, aber dennoch rhythmisch, so dass dadurch das Auswendiglernen der Koranverse erleichtert wird. Eine weitere wichtige Schriftquelle für den gläubigen Muslim ist die Sunna. Sie ergänzt den Koran. In ihr sind wichtige Aussprüche und Verhaltensweisen des Propheten aufgezeichnet, um den Gläubigen Beispiele und Vorbilder an die Hand zu geben. Weitere Überlieferungen und Reden Mohammeds sind im Textcorpus des Hadith festgehalten.