ar-Rafai-Moschee in Kairo Ägyptenreiseführer

Die ar Rifai Moschee
Gegenübe der Zitadelle und neben der berühmten und monumentalen Sultan-Hassan-Moschee steht – in ebenbürtiger Monumentalität errichtet – die ar-Rifai-Moschee (auch al-Rifa’i, er-Rifa’i geschrieben). Allerdings handelt es sich bei der ar-Rifai-Moschee nicht um eine mittelalterliche Moschee und Madrasa, wie bei der 1362 fertiggestellten Sultan-Hassan-Moschee, sondern um ein Bauwerk aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie wurde 1869 begonnen und 1911 vollendet. In Auftrag gegeben wurde sie von Khushyar Hanim (auch Khoshiar Hanem geschrieben), der Mutter des Khediven Ismail Pascha. Sie diente unter anderem als Mausoleum für die letzten Herrscher der Dynastie von Muhammad Ali, z.B. für die Könige Fuad I . und Faruk. Auch der 1979 gestürzte Schah von Persien (Iran), Muhammad Reza Pahlavi, hat hier nach seiner Flucht aus dem Iran nach Ägypten seine letzte Ruhestätte gefunden. Heute noch pilgern Anhänger zu den Gräbern Faruks oder des persischen Schahs und legen Blumen nieder.Architektonisch orientiert sich die Moschee an den großen Bauten der Mamluken-Zeit, wurde also bewusst im antiquierten Stil errichtet. In der Höhe und festungsartigen Gestaltung, aber auch beim Bau der beiden Minarette an der Südwestseite, orientierte man sich an der benachbarten Sultan-Hassan-Moschee. Allerdings ist die Baussubstanz bzw. das verwendete Steinmaterial von wesentlich einfacherer Qualität. Immerhin ist sie im Stil so gelungen, dass beide Moscheen aus der Ferne wie ein zusammenhängendes Ensemble wirken. Im Gegensatz zur Sultan-Hassan-Moschee hat sie keinen Innenhof und ist komplett überdacht.
Auswahl weiterführender Literatur
  • Erck, Christina, Das islamische Kairo – Ein Reisebuch, Göttingen 1990.
Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg