Literatur im Alten Ägypten

In Ägypten[1] wurde Literatur - wie wir es heute verstehen (ca. 3.000 v. Chr. bis 300 n. Chr.) - eine große Rolle zugeschrieben, etwa in religiöser Form von Grabinschriften, Sargtexten, Hymnen, Jenseitsbüchern, Ritualen, Pyramidensprüchen, Zaubersprüchen oder -formeln oder als Erzähltexte ohne religiöse oder mythologische Anspielungen wie Märchen oder Geschichten. Ebenso bekannt und von großer Bedeutung im Leben der Ägypter, waren medizinische Abhandlungen, die größtenteils schriftlich als Ratschläge bzw. als Behandlungshinweise von Heilenden für Heilende und Patienten zumeist auf Papyrus[2] verfasst wurden. Hinzu kommen schriftliche Abhandlungen wie Harfnerlieder, Liebeslyrik, Briefe oder Autobiographien. Autobiographien wurden freilich im religiösen Rahmen jedoch zumeist ohne religiöse Bedeutung eingebettet, so dass diese eventuell in die profane Literatur eingeordnet werden können. Klagen wie beispielsweise die Klage des Ipuwer werden aufgrund des übermäßigen Anteils von pessimistischen Zügen in die Gattung der Auseinandersetzungsliteratur eingruppiert, die besonders in der Zeit vom Alten zum Mittleren Reich aufblühte. Jedoch ist diese Einteilung von Fachleuten bisher umstritten[3]. Eine besondere Form der Literatur stellen Weisheitslehren dar, die begrifflich mit sbAj.t seitens der Ägypter von anderen Literaturgattungen abgegrenzt wurden. Die Ägypter selbst machten kaum Unterschiede in der Bezeichnung von Literatur[4]. Deshalb werden Weisheitslehren mitunter eine herausragende Stellung zugeordnet.

[1] Zeitliche Einordnung ca. 3.000 v. Chr. bis 300 n. Chr.

[2] Bekanntes Beispiel: Papyrus Ebers, Universität Leipzig

[3] R. B. Parkinson: Teachings, discourses and tales, In Middle Kingdom Studies, edited by S. Quirke, New Malden 1991, S. 102

[4] Vergleiche Lexikon der Ägyptologie (LÄ) III, S. 964

In Ägypten (ca. 3.000 v. Chr. bis 300 n. Chr.) wurde Literatur - wie wir es heute verstehen (1) - eine große Rolle zugeschrieben, etwa in religiöser Form von Grabinschriften, Sargtexten, Hymnen, Jenseitsbüchern, Ritualen, Pyramidensprüchen, Zaubersprüchen oder -formeln oder als Erzähltexte ohne religiöse oder mythologische Anspielungen wie Märchen oder Geschichten. Ebenso bekannt und von großer Bedeutung im Leben der Ägypter, waren medizinische Abhandlungen, die größtenteils schriftlich als Ratschläge bzw. als Behandlungshinweise von Heilenden für Heilende und Patienten zumeist auf Papyrus (2) verfasst wurden. Hinzu kommen schriftliche Abhandlungen wie Harfnerlieder, Liebeslyrik, Briefe oder Autobiographien. Autobiographien wurden freilich im religiösen Rahmen jedoch zumeist ohne religiöse Bedeutung eingebettet, so dass diese eventuell in die profane Literatur eingeordnet werden können. Klagen wie beispielsweise die Klage des Ipuwer werden aufgrund des übermäßigen Anteils von pessimistischen Zügen in die Gattung der Auseinandersetzungsliteratur eingruppiert, die besonders in der Zeit vom Alten zum Mittleren Reich aufblühte. Jedoch ist diese Einteilung von Fachleuten bisher umstritten (3). Eine besondere Form der Literatur stellen Weisheitslehren dar, die begrifflich mit sbAj.t seitens der Ägypter von anderen Literaturgattungen abgegrenzt wurden. Die Ägypter selbst machten kaum Unterschiede in der Bezeichnung von Literatur (4). Deshalb werden Weisheitslehren mitunter eine herausragende Stellung zugeordnet.
  • (1) Vergleiche Alternative paths to knowledge in oral and literate cultures, Jack Goody, 1987
  • (2) Bekanntes Beispiel: Papyrus Ebers, Universität Leipzig
  • (3) R. B. Parkinson: Teachings, discourses and tales, In Middle Kingdom Studies, edited by S. Quirke, New Malden 1991, S. 102
  • (4) Vergleiche Lexikon der Ägyptologie (LÄ) III, S. 964