Alexander der Große

Alexander der Große (geb. 356 v. Chr. in Pella / Makedonien, gest. 323 v. Chr. in Babylon) war zwar kein Ägypter, aber dennoch für die Geschichte Ägyptens von herausragender Bedeutung. In Ägypten selber wurde Alexander auch als Pharao verehrt und dargestellt. Alexander der Große war der König von Makedonien (Regierungszeit: 336 v. Chr. bis 323 v. Chr.). Er war der Sohn des makedonischen Königs Philipp II. und ein Schüler des Gelehrten und Philosophen Aristoteles. Während seiner Zeit als Herrscher war er fast ununterbrochen militärisch unterwegs. Sein Ziel war die Eroberung des persischen Weltreiches, das damals von Ägypten und Libyen im Westen bis nach Vorderindien im Osten reichte. Während der Jahre 334 bis zu seinem Tode in Babylon (323 v. Chr.) eroberte er nahezu das komplette Reich der Perser. Nach Ägypten kam er im Jahre 332 v. Chr. In Ägypten wurde Alexander der Große als eine Art Befreier begrüßt. Vermutlich wurde er schon in Memphis zum Pharao gekrönt. Anschließend unternahm er mit einigen Gefolgsleuten eine Expedition durch die Libysche Wüste zur Oase Siwa, wo ihm das Orakel des Gottes Ammon von Siwa als Pharao bestätigte. An der Küste des Deltas gründete er eine bedeutende Hafenstadt, die nach ihm benannt wurde: Alexandria . Die Stadt entwickelte sich im klassischen Altertum zu einer der bedeutendsten Metropolen des östlichen Mittelmeeres. Die Bibliothek und das Museion von Alexandria wurden weltberühmt und neben der Akademie in Athen das kulturelle und intellektuelle Zentrum der hellenistischen Welt. Noch heute ist Alexandria die zweigrößte Stadt Ägyptens. Nach dem Tode Alexanders des Großen und einer kurzen Herrschaft des Philippos Arrhidaios (Philippus Arrhidäus) und Alexander IV. geriet Ägypten unter die Herrschaft des Alexander-Generals Ptolemäus. Er begründete die Dynastie der Ptolemäer, welche die Geschicke Ägyptens für rund drei Jahrhunderte lenkten. Alexander der Große markierte den Beginn des Hellenismus. Dies war eine Epoche, in der die griechische Kultur mit den Kulturen des vorderen Orients verschmolz. Hieraus ergab sich auch eine einzigartige Verbindung von griechischer und ägyptischer Kultur. Sie ist unter anderem dafür verantwortlich, dass viele Elemente der ägyptischen Kultur während der klassischen Antike im ganzen Mittelmeerraum Verbreitung fanden.Auswahl weiterführender Literatur
  • Gehrke, Hans-Joachim, Alexander der Große, München 2008 (5. Aufl.).
  • Helck, Wolfgang, „Alexander der Große“, in: Lexikon der Ägyptologie, Band I, Wiesbaden 1973, Sp. 131 ff.
  • Hölbl, Günther, Geschichte des Ptolemäerreiches: Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung, Darmstadt 1994.
  • Huß, Werner, Ägypten in hellenistischer Zeit, 332-30 v. Chr., München 2001.
  • Schneider Thomas, Lexikon der Pharaonen: die altägyptischen Könige von der Frühzeit bis zur Römerherrschaft, Zürich 1994.
Autor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg