Ägyptologie und Archäologie - Die Erforschung des Alten Ägypten

Die Schätze der „Goldenen Pharaonen“Die zwei herausragenden Funde in der Geschichte der Archäologie Ägyptens waren die Entdeckungen intakter Pharaonengräber, in denen sowohl der Grabschatz als auch die königliche Mumie mehr oder weniger unversehrt gefunden wurden. Der berühmteste archäologische Fund überhaupt ist das Grab des Tutanchamun im Tal der Könige.Die Namen, die auf ewig mit dem Sensationsfund verbunden bleiben werden, sind Howard Carter (1874 bis 1939) und Lord Carnarvon (1866 bis 1923). Howard Carter kam als junger Zeichner nach Ägypten. Dort sollte er verschiedenen Archäologen als Grabungszeichner behilflich sein und die Funde dokumentieren. Er arbeitete unter anderem für Sir Flinders Petrie (1853 bis 1942), einem bedeutenden Ägyptologen und Ausgräber, der insbesondere in Tell el-Amarna aktiv war und zum ersten Lehrstuhl für Ägyptologie in Großbritannien berufen wurde. Von Petrie lernte Carter viel über die Durchführung und sorgfältige Dokumentation von archäologischen Ausgrabungen. So wurde Carter durch diese praktische Ausbildung selbst zum Archäologen, ohne jemals an einer Universität studiert zu haben. Lord Carnarvon (George Herbert Earl of Carnarvon) war ein sehr reicher britischer Adliger, der sich als Mäzen und Finanzier in der Ägyptologie einen Namen machte. Zusammen arbeiteten Carter und Carnarvon im Tal der der Könige. Nach Kampagnen mit mäßigen Erfolgen gelang ihnen 1922 das Unglaubliche: Die Entdeckung eines unberührten Königsgrabes. Das Grab des Tutanchamun (18. Dynastie, 14. Jahrhundert v. Chr.) war das erste Grab, das man mit komplettem Grabschatz und goldenen Särgen fand. Die goldene Mumienmaske des Tutanchamun gehört heute zu den bekanntesten Motiven zum Thema Ägypten und ist als Bild eine weltweite Ikone. In den 1920er Jahren löste der Fund in der internationalen Presse einen wahren Ägyptenrausch aus. Von nun an begann sich auch unter der einfachen Bevölkerung Europas und Amerikas ein Interesse für das Alte Ägypten breit zu machen.Nicht minder bedeutend sind die Funde des französischen Ägyptologen und Archäologen Pierre Montet (1885 bis 1966) in Tanis . Er fand 1939 das Grab des Pharao Psusennes I. (21. Dynastie, um 1000 v. Chr.) mitsamt Sarkophag, Mumie, Goldmaske und Grabschatz sowie den Sarkophagen zweier anderer Könige. Wegen des Zweiten Weltkrieges erhielt dieser Sensationsfund, der in seiner Bedeutung dem des Tutanchamun gleichkommt, weniger mediale Aufmerksamkeit und ist deshalb nicht sehr bekannt.weiter zu Teil 2: Ägyptologie und Archäologie – Die Erforschung des Alten Ägypten (Teil 2) - Heutige ForschungenAutor dieses Artikels:
Mirco Hüneburg