Die wichtigsten, sehenswerten Gräber
Stichwortartige Beschreibung der wichtigsten, sehenswerten Gräber (mit Grab-Identifikations-Nummer, „KV“ steht hierbei für „King’s Valley“):
- Stichwortartige Beschreibung der wichtigsten sehenswerten Gräber (mit Grab-Identifikations-Nummer, „KV“ steht hierbei für „King’s Valley“):
- Ramses IV. (KV 2): Architektonisch klar gegliedertes Grab aus der 20. Dynastie. Gesamtlänge: 66 m. Breiter, sehr geradlinig an der Achse orientierter Korridor. Darstellungen aus der Sonnenlitanei sowie dem Höhlenbuch, Totenbuch, Amduatbuch und Pfortenbuch.
- Söhne Ramses’ II. (KV 5): Zwar ist dieses Grab für Besucher nicht zugänglich, sei aber wegen der Aufsehen erregenden Entdeckung erwähnt. Es handelt sich um eine äußerst große und komplexe Grabanlage mit zahlreichen Gängen, Kammern und Korridoren sowie Opferkapellen für Osiris. Grab und Dekoration sind sehr stark zerstört.
- Ramses IX. (KV 6): Grab aus der 20. Dynastie mit Darstellungen aus der Sonnenlitanei, dem Totenbuch, dem Höhlenbuch und dem Amduat, sowie am Grabkammergewölbe dem Buch vom Tage und dem Buch von der Nacht. Länge: 86 m.
- Ramses II. (KV 7): Das architektonisch komplexe und mit seinen vielen Kammern überaus große Grab ist für Touristen geschlossen. Das Grab ist beschädigt und die Dekoration stark zerstört. Länge: ca. 100 m.
- Merenptah (KV 8): Großes Grab der 19. Dynastie mit Darstellungen aus dem Amduat, Pfortenbuch, Totenbuch und der Sonnenlitanei. In der Grabkammer liegt noch der gut erhaltene steinerne Sarkophag. Länge: 115 m.
- Ramses V/VI. (KV 9): Sehenswertes Grab aus der 20. Dynastie mit gerader Achse und interessanten Darstellungen aus dem Buch von der Erde, dem Höhlenbuch und schöne Darstellungen der Himmelsbücher (Nacht und Tag) an den Decken, insbesondere in der Grabkammer. Länge: 104 m.
- Ramses III. (KV 11): Großes, komplexes und reich dekoriertes Grab aus der 20. Dynastie mit Darstellungen des Totenbuches, des Amduat, des Pfortenbuches, der Sonnenlitanei und aus dem Buch von der Erde. Hinzu kommen Darstellungen von Götterprozessionen, Kulthandlungen (Mundöffnung) und die berühmten Darstellungen zweier blinder Harfner. Länge: 125 m.
- Tausret und Sethnacht (KV 14): Zwei in einem: Zunächst war das Grab für die Pharaonin Tausret bestimmt, wurde dann vom Nachfolger Sethnacht für eigene Zwecke ausgebaut. Darstellungen aus dem Totenbuch und dem Pfortenbuch. Länge: 110 m.
- Ramses I. (KV 16): Kleines Grab aus der frühen 19. Dynastie (um 1290 v. Chr.) mit Darstellungen aus dem Pfortenbuch. Länge: 29 m. Entdecker: Belzoni (1817).
- Sethos I. (KV 17): Grab aus der 19. Dynastie. Eines der prächtigsten und mit rund 100 m Länge eines der größeren Grabanlagen im Tal. Leider wegen Einsturzgefahr geschlossen. Darstellungen des Amduat, des Pfortenbuches, der Sonnenlitanei, astronomische Himmelsdarstellungen mit Sternenkonstellationen, Ritualdarstellungen. Entdecker: Belzoni (1817).
- Thutmosis III. (KV 34): Eines der faszinierendsten Gräber der 18. Dynastie. In versteckter Lage. Nur über Treppe erreichbar. Königskammer mit ovalem Grundriss. Darstellungen des Amduatbuches, wobei die Reihenfolge der Nachtstunden nicht konsequent eingehalten ist, sondern die einzelnen Abschnitte nach den Himmelsrichtungen angeordnet sind. Entdecker: Victor Loret (1898). Länge: 55 m.
- Amenophis II. (KV 35): Ebenfalls ein Grab der frühen 18. Dynastie mit Darstellungen des Amduat. Anordnung der zwölf Nachtstunden in korrekter numerischer Reihenfolge. Rechteckige Grabkammer mit Pfeilern. Entdecker: Loret (1898), Länge: 60 m.
- Siptah (KV 47): Grab der späten 19. Dynastie mit Darstellungen aus dem Amduatbuch und der Sonnenlitanei. Entdecker: Ayrton (1905). Länge: 90 m.
- Haremhab (KV 57): Schönes Grab aus der späten 18. Dynastie (um 1300 v. Chr.). Erstmalige Darstellungen des Pfortenbuches. Eigenwilliger Charakter durch blaue Hintergrundfarbe. Entdecker: Ayrton (1908), Länge: 114 m.
- Tutanchamun (KV 62): Wegen der sensationellen Entdeckung des unberührten Grabschatzes das berühmteste Grab im Tal der Könige. Im Vergleich zu den anderen Gräbern allerdings sehr klein (Länge: 40 m) und einfach dekoriert. Das Grab kostet Extraeintritt und ist touristisch stark frequentiert. Entdecker: Howard Carter (1922).
Autor dieses Artikels: Mirco Hüneburg