Altertumsverwaltung Ägypten - Emad Abu Ghazi folgt auf Zahi Hawass
Die Karriere des führenden Archäologen in Ägypten und Mubarak-Vertrauten Zahi Hawass scheint endgültig vorbei. Dabei wurde dem ausgewiesenen Experten, der in jungen Jahren Ägyptologie und Archäologie studiert hatte, weniger sein Fachwissen zum Verhängnis als vielmehr seine Nähe zum gestürzten Ex-Präsidenten Hosni Mubarak. Erst im Januar dieses Jahres war Zahi Hawass vom Leiter der Altertumsverwaltung in Kairo zum ägyptischen Minister für Altertümer ernannt und damit ins Kabinett Mubarak berufen worden. Wenige Wochen nach seinem Chef ist nun auch Zahi Hawass seine bisherigen Ämter in Politik und Archäologie los.
Zahi Hawass galt in der Fachwelt zwar als Experte mit fundiertem Fachwissen, war aufgrund seines rauen Umgangs mit ausländischen Archäologen, die mit Grabungen in Ägypten beschäftigt waren, aber nicht unumstritten. Als in Kairo nach dem Rücktritt von Hosni Mubarak nun auch fast alle Minister ausgetauscht wurden, blieb auch Zahi Hawass von der politischen Zäsur nicht verschont. Als Nachfolger für den Ministerposten und die Leitung der Altertumsverwaltung wurde Emad Abu Ghazi bestimmt, der zuvor als Generalsekretär des Obersten Kulturrates in Ägypten tätig war.
Zahi Hawass hat sich in den vergangenen Jahren dennoch bleibende Verdienste um wichtige Sehenswürdigkeiten in Ägypten, etwa die Pyramiden von Gizeh, erworben und scheidet eigenem Bekunden zufolge ohne Groll aus dem Amt. Einige Medien in Ägypten berichteten sogar davon, dass Hawass von sich aus zurückgetreten sei und seine Ämter damit aus freien Stücken zur Verfügung gestellt habe.