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Unruhen in Ägypten

Die arabischsprachige Welt ist von einer Welle der Protestbewegungen erfasst. Nach Massenunruhen in Tunesien, die zur Jasminrevolution und zur Flucht des Präsidenten Ben Ali geführt hatten, ist der Funke auch auf andere arabischsprachige Länder übergesprungen. In den vergangenen Tagen und Wochen hat es Demonstrationen, Kundgebungen und Protestmärsche in Algerien, in Jordanien und im Jemen gegeben. In Ägypten ist es in den letzten Tagen zu den schwersten Unruhen seit Jahrzehnten gekommen. Die internationale Politik und Diplomatie beobachtet die Entwicklungen mit Besorgnis.

Am Dienstag, dem 25. Januar, entwickeln sich aus den Demonstrationen die ersten Massenproteste in Kairo. Es kommt zu Tumulten. Die Polizei und Sicherheitskräfte gehen mit bis zu 30.000 Mann gegen die Regimegegner vor. Es gibt zahlreiche Festnahmen. Auch in Mansura, Assuan, Alexandria, Suez und anderen Städten gibt es Demonstrationen. In Suez sterben drei Demonstranten durch Schüsse der Polizei.

Am Mittwoch, den 26. Januar, gibt es weitere Proteste mit Gewaltszenen und Verletzten. Internetnetzwerke wie Twitter und Facebook werden in Ägypten gesperrt, um die Organisation weiterer Proteste zu verhindern.

Am Donnerstag, den 27. Januar, landet der Oppositionspolitiker Mohammed el-Baradei in Kairo. Er bietet sich als Führungsfigur der Oppositionsbewegung an. In der Nacht wird Ägypten plötzlich vom Internet getrennt, um die Kommunikationswege der Protestbewegung zu erschweren.

Am Freitag, den 28. Januar, kommt es trotz verhängter Ausgangssperre zu weiteren Demonstrationen. Im Zentrum Kairos spitzt sich die Lage zu. Auf dem Tahrir-Platz, vor dem Ägyptischen Nationalmuseum, kommt es zu schweren Ausschreitungen. Bei gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten kommen mehrere Menschen ums Leben. Es gibt zahlreiche Verletzte. Das Gebäude der Parteizentrale der regierenden Nationaldemokratischen Partei fängt Feuer.

Am Samstag, den 29. Januar, sind die Proteste von Plünderungen überschattet. Kriminelle und Plünderer nutzen das Chaos für Beutezüge. In Kairo verbreitet sich Unsicherheit. In vielen Vierteln organisieren die Menschen Bürgerwehren, um ihr Hab und Gut zu schützen. Er wird vermutet, dass die Polizei und Sicherheitskräfte mit Absicht tausende Verbrecher aus Gefängnissen frei gelassen haben, damit diese Unruhe stiften und die Protestbewegung in Verruf bringen. Die Armee versucht hingegen, möglichst vieler Räuber habhaft zu werden. Die Polizei hat sich dagegen zurückgezogen.

Am Sonntag, den 30. Januar, setzen sich die Unruhen fort. Es gibt weitere Plünderungen. Viele Touristen versuchen, das Land zu verlassen. Zahlreiche reiche Ägypter verlassen das Land per Linienflugzeug oder per Privatjet. 

Am Montag, den 31. Januar, bemüht sich die Armee verstärkt, für Ordnung zu Sorgen und Plünderer festzunehmen. Auch die Polizei ist wieder sichtbar im Einsatz. In Kairo und Alexandria gibt es weitere Demonstrationen. Ein Sprecher der ägyptischen Armee verkündet im Fernsehen, keine Gewalt gegen das Volk einsetzen zu wollen.

Am Dienstag, den 1. Februar, kommt es zu den größten Massenprotestkundgebungen seit Jahrzehnten. Die Opposition hat zum Marsch der Millionen aufgerufen. In Kairo und anderen Städten versammeln sich die Menschen auf den großen öffentlichen Plätzen. Die größten Menschenmengen drängen sich auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt. Zahlenangaben widersprechen sich. Der Nachrichtensender Al Jazeera spricht in seiner Life-Berichterstattung von ein bis zwei Millionen Menschen allein in Kairo. Andere Fernsehsender sprechen von mehreren Hunderttausend Protestlern. Am Abend hält Mubarak eine Fernsehansprache. Er verkündet, nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren zu wollen. Von einem sofortigen Rücktritt ist aber keine Rede. Die Massendemonstrationen verlaufen an diesem Tage friedlich.

Am Mittwoch, den 2. Februar, treffen Anhänger Mubaraks gewaltsam auf Oppositionelle. Mit Schlagstöcken, Stangen, Messern und Steinen bewaffnet und zum Teil auf Kamelen und Pferden reitend, gehen Pro-Mubarak-Schlägertrupps gegen die Demonstranten vor. Er kommt zu kuriosen und brutalen Szenen. Tausendende Anhänger Mubaraks stürmen auf zehntausende Regimegegner gewaltsam ein. Es gibt mehr als tausend Verletzte und dreizehn Tote. 

Am Donnerstag, den 3. Februar, gehen, trotz Ausgangssperre, die Demonstrationen weiter, insbesondere in Kairo auf dem Tahrir-Platz. Es kommt häufiger zu Gewalttätigkeiten gegenüber ausländischen Journalisten und Reportern.

Am Freitag, den 4. Februar, kommt es nach den traditionellen Freitagsgebeten der Muslime zu erneuten Massenkundgebungen in ganz Ägypten. Schwerpunkt ist wieder der Tahrir-Platz in Kairo. Im Gegensatz zu Mittwoch verlaufen die Demonstrationen relativ friedlich. Die Armee bemüht sich, einen gewaltfreien Verlauf der Demonstrationen zu gewährleisten.

Quellen: Al Jazeera, BBC World, CCN International

Autor dieses Artikels: Ägypten-Online-Team

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