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Altertümer bisher noch in Sicherheit

Seit dem 25. Januar ist Ägypten von schweren Unruhen und Massenprotestbewegungen erfasst. Besorgniserregend ist nicht nur die politische Lage, sondern auch die Gefährdung der Altertümer durch Plünderungen und Vandalismus. Viele Archäologen haben aufgrund der Sicherheitslage ihre Ausgrabungen verlassen. Die UNESCO und viele andere Kulturorganisationen fürchten um die unersetzlichen Kunstschätze des Landes. Wie gefährdet sind die Sehenswürdigkeiten? Wie steht es um die Museen?

Am Freitag, den 28 Januar, gab es trotz Ausgangssperre viele Ausschreitungen. Plünderer sind in das Ägyptische Nationalmuseum eingedrungen und haben Zerstörungen angerichtet. In der internationalen Presse wurde der Überfall dramatisiert. Teile des Grabschatzes des Tutanchamun seien zerstört worden, ein Museum in Memphis sei geplündert worden, die antiken Stätten seien ungeschützt.

Auf seiner eigenen Homepage gibt der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung und frisch ernannte „Minister of Antiquities“, Dr. Zahi Hawass, Entwarnung und beschreibt den tatsächlichen Sicherheitszustand der Museen und Sehenswürdigkeiten.

Tatsächlich, so Hawass, sind Plünderer am Freitag, den 28. Januar, in das Ägyptische Museum eingedrungen. Sie sind aber hauptsächlich in den Souvenirladen eingebrochen, und haben Touristenartikel gestohlen, die sie wohl für Altertümer hielten. Einige sind aber über die Notfallfeuerleiter an der Rückseite des Gebäudes in die wirklichen Ausstellungsräume vorgedrungen. Sie kletterten aufs Dach, schlugen ein Loch in ein Dachfenster und ließen sich an Seilen herab. Doch auf der Suche nach Goldgegenständen haben sie sich wohl im Museum verlaufen und stattdessen wahllos dreizehn Vitrinen zerstört und die Ausstellungsstücke auf den Boden geworfen. Es handelt sich um Kunstwerke aus der ägyptischen Spätzeit. Nach Zahi Hawass können sie wieder repariert und restauriert werden. Anschließend seien die Räuber auf ihrer Suche nach Gold in die Abteilung des Tutanchamunschatzes vorgedrungen. Dort haben sie eine Figur des Königs beschädigt. Schließlich seien Sicherheitskräfte und Militärs gekommen, um das Museum zu bewachen. Auch ägyptische Protestler haben eine Menschenkette und Bürgerwehr gebildet, um das Museum zu schützen. Insgesamt wurden 70 Objekte beschädigt. Gestohlen wurde bisher nichts. Bei  den zwei beschädigten Mumien handelt es sich nicht um königliche Mumien, sondern um Schädel aus der Spätzeit (8.-4. Jahrhundert vor Christus).

Im Sinai wurde in ein archäologisches Magazin bei Qantara eingebrochen, dort wurden Artefakte entwendet und viele zerstört. Viele konnte jedoch wieder zurückgebracht werden. Gerüchte um eine Plünderung eines Museum in Memphis haben sich nicht bestätigt. Zwar gab es in der Nacht vom 28. Januar noch weitere Übergriffe auf andere Museen in Ägypten, doch waren diese weitestgehend erfolglos. Gerüchte über Plünderungen in diesen Museen konnten nicht bestätigt werden. Die archäologischen Stätten in Mittel- und Oberägypten seien sicher, so Hawass.

Soweit der Stand am 5. Februar. Es bleibt zu hoffen, dass es dabei bleibt und es keine weiteren Überfälle auf Museen geben wird.

Quelle: Internetseite des Generalsekretärs der ägyptischen Altertümerverwaltung, Dr. Zahi Hawass, auf www.drhawass.com  - (aufgerufen am 5., 4., 3., 2. Feb. und 30. Jan. 2011)

Autor dieses Artikels: Ägypten-Online-Team

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