Parlamentswahlen in Ägypten mit deutlichem Ergebnis
Die Parlamentswahlen in Ägypten haben in der Regierungspartei um Staatspräsident Hosni Mubarak zumindest offiziell einen klaren Sieger gefunden. Allerdings wurde der Urnengang im Land der Pharaonen am Wochenende von zahlreichen Unruhen in Kairo, Luxor, Alexandria und weiteren Städten in Ägypten überschattet. Die Opposition um die Muslimbruderschaft wirft der Regierung Wahlbetrug vor und könnte im schlimmsten Fall alle ihre bisherigen 88 Sitze im Parlament in Kairo verlieren.
Laut dem amtlichen Endergebnis der Parlamentswahlen in Ägypten, das am heutigen Dienstag in Kairo verkündet wurde, dürfen sich 27 Kandidaten der Opposition noch Hoffnungen auf einen Sitz im neuen Parlament machen. Am kommenden Sonntag werden die Ägypten erneut zur Wahlurne gebeten, um bei einer Stichwahl über die verbleibenden Sitze im Parlament abzustimmen. Auch internationale Beobachter der Parlamentswahlen in Ägypten hegen ernsthafte Zweifel am amtlichen Endergebnis. So sei ihnen der Zugang zu den Wahllokalen ebenso versperrt worden wie den Wahlhelfern der Muslimbruderschaft, wie es in übereinstimmenden Berichten hieß.
Dessen ungeachtet ließ sich Hosni Mubarak als strahlender Sieger feiern und kann, sofern er sich zur erneuten Kandidatur entschließt, deutlich gestärkt in das Jahr der Präsidentschaftswahl gehen. Der inzwischen 82-jährige und seit 1981 amtierende Mubarak macht seine Kandidatur den Angaben seines Umfelds zufolge in erster Linie von seinem gesundheitlichen Zustand abhängig. Mit Mohammed el-Baradei steht schon ein prominenter Gegenkandidat bereit, der seinen Hut offiziell aber ebenfalls noch nicht in den Ring geworfen hat.