Vor 90 Jahren - Ägyptens letzter König erblickt das Licht der Welt
Der 11. Februar 1920 ist für die Geschichte Ägyptens ein historisches Datum. Heute vor 90 Jahren kam in Kairo der spätere König Faruk I. zur Welt, der der letzte Monarch Ägyptens war, bevor im Land der Pharaonen im Jahr 1953 die Republik ausgerufen wurde. Faruk I. war nicht nur der letzte König von Ägypten, sondern ging auch als einer der skandalträchtigsten Monarchen der jüngeren Vergangenheit in die Geschichte ein. Diesen Lebenswandel bezahlte Faruk I. schließlich mit seinem frühen Tod, als er 1965 im Alter von nur 45 Jahren im italienischen Exil starb.
Die Karriere von Faruk I. als König von Ägypten wurde von frühauf in die entsprechenden Bahnen gelenkt, da er schon im Alter von 15 Jahren nach Großbritannien zur Ausbildung geschickt wurde. Nur ein Jahr später musste Faruk I. seine Zelte in Großbritannien, das damals noch als Kolonialmacht über Ägypten herrschte, abbrechen und den Thron in der Heimat besteigen, nachdem sein Vater 1936 gestorben war. Die Regentschaft von Faruk I. war von Skandalen und Betrügereien gekennzeichnet, so dass die Monarchie in Ägypten fast zwangsläufig ihrem Ende entgegensteuerte.
1952 war es dann soweit, als ein Putsch unter Gamal Abdel Nasser und Ali Mohammed Nagib den letzten König von Ägypten zu Fall brachte und im folgenden Jahr die unabhängige Republik Ägypten geboren wurde, die bis heute besteht.
Seit einiger Zeit ist eine Änderung in den ägyptischen Medien zu beobachten. Die Königszeit wird nicht mehr nur in düsteren Farben gezeichnet und der 1965 in Rom verstorbene König Faruk erfährt eine bemerkenswerte Rehabilitierung. Plötzlich können die Ägypter lesen, daß der Monarch keineswegs Alkoholiker und Frauenheld war, sondern daß seine 15-jährige Regentschaft davon gekennzeichnet war, daß König Faruk als ein konstitutioneller Herrscher regierte, der im Rahmen der Verfassung die parlamentarische Demokratie achtete - ganz im Gegensatz zum amtierenden Präsidenten Hosni Mubarak, der mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet weder freie Wahlen zuläßt noch gar die Rechte Oppositioneller wahrt.